Kultur als Friedensarbeit

TRIER. Mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Motto "GeDENKtage" greifen Kulturschaffende aus der Region Trier das Thema "60 Jahre Kriegsende – 60 Jahre Friedensarbeit" auf. Mit Konzerten, Lesungen und einer hochkarätig besetzten Podiumsrunde schalten sich die Künstler in die aktuelle Diskussion ein.

"Es geht nicht nur um Erinnerung, sondern um die Frage, was die Kultur zu einer friedlichen Zukunft beitragen kann", sagt Martin Folz, dessen "Europäisches Zentrum für Chorkultur" die Reihe, die vom 6. bis 16. Mai dauert, initiiert hat. "Kulturförderung als Friedensarbeit" lautet denn auch der Titel eines Podiumsgesprächs am 10. Mai um 20 Uhr im Bildungszentrum Trier am Domfreihof. Mit dem Intendanten der Luxemburger Philharmonie, Matthias Naske, dem Generalsekretär des Metzer Robert-Schuman-Zentrums, Richard Stock, dem Luxemburger Kultur-Staatssekretär Guy Dockendorff und dem Wittlicher Kulturamtsleiter Justinus Maria Calleen treffen sich Spitzenkräfte der Kultuszene aus der Großregion.Kultur-Koryphäen reden über Visionen

Sie wollen unter der Leitung von Bildungszentrum-Leiter Rudolf Hahn über Visionen nachdenken und debattieren. Gleich mit drei Konzerten ist das Trier-Luxemburgische Kammerchorprojekt "Grenzgänger" im Programm vertreten. Am 6. Mai in Wasserliesch, am 8. Mai in Luxemburg und am 9. Mai in Trier (St. Antonius) schlägt man einen Bogen von Mauersbergers Trauer-Motette zu Bachs h-moll-Messe. Lyrik zum Thema "Deutsches dies- und jenseits der Mauer" bietet eine Lesung am Mittwoch, 11. Mai um 20 Uhr im kleinen Tufa-Saal. Am Freitag, 19.30 Uhr, präsentieren der Jugendchor "La Sonatine" aus Arlon und die Jugend des Spee-Chors in der Aula des Priesterseminars ein Konzert mit der selten gespielten Angela-Davis-Kantate von Eric Noyer, ergänzt durch moderne Friedenslieder. Auch die Liedermacherszene stellt ihr Gipfeltreffen unter das Thema "Zeitenwende". Dorle Schausbreitner, Andreas Sittmann, Uwe Heil und Walter Liederschmitt treffen am Samstag, 14. Mai, in der Tufa auf Stefan Körbel aus Berlin. Spektakulärster Programmpunkt dürfte das Abschlusskonzert an Pfingstmontag in St. Matthias werden. Bruckners e-Moll-Messe steht im Mittelpunkt eines Programms, das der Friedrich-Spee-Chor und das Philharmonische Orchester der Stadt Trier gestalten. Das "Dresdener Te Deum" von Rudolf Mauersberger, den Bürgern der im 2. Weltkrieg zerstörten Stadt gewidmet, schließt die Trierer "GeDENKtage" ab, die unter der Schirmherrschaft von OB Helmut Schröer stehen.