Kulturaustausch im Vorbeigehen

Kulturaustausch im Vorbeigehen

Kunstwerke von Flüchtlingskindern sind derzeit im Kulturkiosk Bühne zwischen Südallee und Kaiserstraße zu bewundern. Bei der Eröffnung der Ausstellung haben die Macher vor allem ihr musikalisches Talent bewiesen.

Trier. Interessierte und teilweise auch irritierte Passanten bleiben stehen, manche singen mit oder klatschen im Takt. Kaum zu glauben, dass es sich bei dieser ausgelassenen Feier an der Ecke Südallee/Neustraße um eine Ausstellungseröffnung handelt.
Kinder aus der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) in der Trierer Dasbachstraße und jugendliche Flüchtlinge des Jugendhilfezentrums Don Bosco Helenenberg haben diese Ausstellung zusammen gestaltet. Im Rahmen der Aktion zusammenkunst! des Kulturlabors Trier engagiert Elke Reiter, selbst Schauspielerin und Clownin, Künstler aus verschiedenen Bereichen. Diese arbeiten dann mit den Kindern zusammen an verschiedenen Projekten. So ist auch diese Ausstellung namens DaSein entstanden, die unter anderem durch die Spenden der TV-Aktion "Meine Hilfe zählt" finanziert wurde.
"Die Kinder und Jugendlichen leben in einer Zwischenstation. Sie kommen nicht richtig hier an. Da wollen wir als Künstler einen Moment des Seins schaffen. DaSein eben", sagt Reiter. Die Kinder haben dafür gemalt, gebastelt, getöpfert und musiziert.
Ihr Können stellen sie live vor Ort unter Beweis. Die Kleinen aus der Afa singen ihre inoffizielle Hymne "Cocoleo", ein rhythmisches, fröhliches Lied, das zum Mitklatschen einlädt. Spontan stimmen die Jugendlichen vom Helenenberg mit ihren Cajons ein. So jammen sie gemeinsam lautstark mit Betreuern, Organisatoren und Schaulustigen auf einer der meistfrequentierten Straßen in Trier. Ein aktiver Kulturaustausch, der funktioniert.
Die Ausstellung im Kulturkiosk Bühne ist noch bis Sonntag, 22. November, zu sehen.