Kulturzentrum der Superlative
Die Quattropole-Städte Trier, Metz, Saarbrücken und Luxemburg laden die Bürger der Großregion in diesem Jahr zu einem gemeinsamen Fest ein, das es in dieser Dimension noch nicht gegeben hat. Schauplatz ist am 12. Juni das funkelnagelneue Kulturzentrum "Centre Pompidou" in Metz.
Trier/Luxemburg. Die drei Stadt-Chefs Dominique Gros (Metz), Paul Helminger (Luxemburg), Klaus Jensen (Trier) und ihre Saarbrücker Kollegin Charlotte Britz nutzten ihr Frühjahrstreffen, um im Luxemburger Rathaus das Programm für den diesjährigen "Quattropole-Tag" vorzustellen.
Der Anlass ist so außergewöhnlich wie das Angebot: In Metz wird im Mai das "Centre Pompidou" eröffnet, das mit Abatand größte Kulturzentrum in der gesamten Großregion. Wenn die Franzosen in der "Provinz" ein solches Renommier-Projekt starten, dann aber auch richtig: Der Ableger des legendären Pariser Centre Pompidou soll hinsichtlich der künstlerischen Angebote, aber auch was die architektonische Klasse angeht, hinter dem großen Vorbild in der französischen Hauptstadt nicht zurückstehen.
Da passt es, dass wenige Wochen nach der Eröffnung die Freunde aus den Städten der Großregion eingeladen sind, rund um das Centre Pompidou ein großes kostenloses Fest zu erleben. 16 Künstlergruppen, darunter Schauspieler, Musiker, Pantomimen, Clowns, Walking Acts, Tänzer, Stelzenläufer und Zauberer, werden am 12. Juni von 10 bis 21 Uhr die Menschen unterhalten.
Vor allem für Kinder wird jede Menge Spaß angeboten. Originelle Ideen wie ein Kinderkarussell, das allein durch die Kraft der Eltern bewegt wird, ein kleiner Musette-Tanzsaal oder ein fliegendes Orchester sind gleichfalls mit von der Partie. Die Trierer Farben unter den aus ganz Europa anreisenden Künstlern vertritt Clown Pippo. Parallel informieren die Quattropole-Städte über die tollsten Ausflugsziele der Großregion, präsentieren Kultur-Tipps, stellen ihre Hochschulen vor oder präsentieren Highlights aus der Wirtschaftsregion im Dreiländereck.
Um interessierten Bürgern die Anreise so einfach wie möglich zu machen, sind Sonderzüge geplant. Von Trier aus werden Busse eingesetzt. Ausführliche Informationen sind ab April im Internet unter www.quattropole.org zu finden.
Triers OB Klaus Jensen zeigte sich begeistert vom Angebot der Franzosen. Das neue Centre Pompidou werde "sicher ein besonderer Anziehungspunkt in diesem Jahr sein". Freilich, so das Stadtoberhaupt augenzwinkernd gegenüber seinen Kollegen, sehe man in Trier die Fülle des Programms mit gemischten Gefühlen: Immerhin sei Trier im Jahr 2011 mit der Ausrichtung des Quattropole-Festes dran, "und da werden wir uns sehr anstrengen müssen, um mitzuhalten". Extra Quattropole: Vor zehn Jahren schlossen sich die vier großen Städte im Dreiländereck zu einem Bündnis zusammen. Es sollte die Zusammenarbeit zwischen Metz, Trier, Saarbrücken und Luxemburg vertiefen, gemeinsame Projekte auf die Beine stellen, die Kontakte der Bürger verbessern, wirtschaftliche Kooperationen fördern und den Erfahrungsaustausch zwischen den Verwaltungen beleben. Nach eher mühsamem Start hat sich die Quattropole als Kraftzentrum innerhalb der Großregion etabliert. Es gibt verschiedene Arbeitsebenen, regelmäßige Veranstaltungen für die Bürger und etliche gemeinsame Projekte. Von den Gründern ist nur noch der Luxemburger OB Helminger im Amt. Dennoch gelten die Beziehungen zwischen den Stadt-Chefs als freundschaftlich und unbürokratisch. Der Trierer OB Jensen führt das unter anderem darauf zurück, dass die Stadtoberhäupter vereinbart haben, im Lenkungsausschuss immer alle persönlich anwesend zu sein.