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Kunst auf dem Rasen geht unter die Haut

Kunst auf dem Rasen geht unter die Haut

Die Freiluft-Ausstellung KunstRasen hat 23 regionalen Künstlern die Möglichkeit gegeben, ihre Werke in der besonderen Atmosphäre des Moselufers zu präsentieren. Ein Gemälde der Newcomerin Petra Frick begeisterte so sehr, dass es per Tätowiernadel auch unter der Haut festgehalten werden soll.

Trier. Vor einem Bauzaun, geschmückt mit Gemälden, steht Petra Frick (43) und präsentiert ihre Kunst auf der am Moselkilometer 191 gelegenen Uferwiese. Ihre bunten Werke - mal abstrakt, mal gegenständlich - veröffentlicht die Hausfrau am Wochenende das erste Mal. "Ich habe mich über Jahre nie getraut. Kurz bevor der letzte Bauzaun vergeben werden sollte, fasste ich mir ein Herz", erklärt die noch unbekannte Künstlerin. Spontan begeistert, entscheidet sich Nadine Reuter (31) nicht nur für den Kauf eines ihrer Objekte: "Dieses Motiv will ich mir tätowieren lassen."
Auf einem ins kniehohe Gras gemähten Pfad schlendern die Besucher der Veranstaltung KunstRasen an 23 solcher kunstvollen Oasen vorbei. Neben der Freiluft-Ausstellung von Gemälden, Fotografien und Literatur bietet das Programm kostenlos Livemusik und eine interaktive Malaktion.
Thomas Bruckmann (47) aus Wasserliesch nutzt den verschlungenen Pfad als Entdeckungsreise: "Ich würde mir nicht jedes Objekt ins Wohnzimmer hängen. Diese künstlerische Vielfalt, diese Location in Kombination mit Musik ist allerdings sehr interessant", fasst er zusammen und freut sich bereits auf die Bluesrocker von Two and a half Strings.
Hinter dem Projekt steht der gemeinnützige Verein Lebendig in Kooperation mit der Römerjugendherberge Trier, dem Grünflächenamt der Stadt Trier und dem Verein Moselfreunde. "KunstRasen ist Kunst auf dem Rasen", erläutert die Initiatorin des Projekts, Kathrin Zabbai (35), das Wortspiel. "Mein ästhetischer Anspruch war es, einen für jedermann zugänglichen Raum in der Natur zu schaffen." Mit der seit 2010 zum vierten Mal stattfindenden Ausstellung komme die angehende Lehrerin ihrem Ziel sehr nahe.
Neben vielen Newcomern lässt sich auch der etablierte Trierer Künstler Roland Grundheber von der ungezwungenen Atmosphäre beim KunstRasen vereinnahmen. "Hier ist Leben. Hier findet man das Lächeln, das der sterilen Innenstadt fehlt." mey