Kunsthandwerker hauchen ihrem Material Leben ein

Kunsthandwerker hauchen ihrem Material Leben ein

Dass Gebrauchsgegenstände auch durch Schönheit überzeugen können, haben vier Kunsthandwerker bewiesen, die von der Kulturstiftung Trier die Auszeichnung "wohnKULTUR" erhalten haben.

Trier. Benedikt Bohlinger, Hilde Schaal, Britta Rösler und Bernhard Maria Müller sind die vier ausgezeichneten Kunstschaffenden, deren Werke nun in der Bastelstube Leyendecker in der Saarstraße in Trier zu sehen sind.

Benedikt Bohlinger aus St. Wendel hat sich auf Holz spezialisiert, mit dem er experimentiert. "Anders als in der Möbelherstellung muss ich nicht verhindern, dass das Holz weiterarbeitet, sondern kann diesen Umstand für mich nutzen", sagt Bohlinger. Der Tischlermeister fertigt seine Kunstgegenstände aus ganz frischem Holz.

Hilde Schaal ist selbstständige Keramikerin mit eigener Werkstatt und einem kleinen Laden in ihrer Heimat Schlierscheid im Hunsrück. Die ehemalige Sozialarbeiterin war schon immer von der Arbeit mit Lehm und Ton begeistert: "Das ist ein so extrem formbares Material, das dann im Feuer eine unglaubliche Festigkeit erreicht." Sie stellt viele Gebrauchsgegenstände, aber auch Dekostücke her. Schaal, die auch als Yogalehrerin arbeitet, glasiert alle ihre Arbeiten selbst und brennt sie in einem Gasofen. Das nennt sich Reduktionsbrand und verursacht tolle Effekte. Britta Rösler lebt in Trier und schmiedet kunstvolle Figuren aus Kupfer. Die Idee zu ihrer Arbeit kam der gelernten Schreinerin, als sie nach der Geburt ihres Sohnes einen Beruf suchte, den sie von zu Hause ausüben konnte. Die Künstlerin ist von ihrem Material begeistert: "Es ist ganz toll zu verarbeiten, vielseitig und wetterbeständig. Andererseits verändert es durch die Witterung seine Farbe, arbeitet weiter und ist sehr wandelbar".

Bernhard Maria Müller ist Besitzer der "Treveris Handpresse". Müller verkauft Drucke, die er von Kanaldeckeln fertigt und mit Texten ergänzt. Einen Kanaldeckel, den er gern drucken würde, sucht er schon seit Jahren: "Der 1899er-Deckel ist verschwunden. Wenn jemand ihn vielleicht von der Stadt gekauft hat, wäre ich sehr froh, wenn ich ihn mir einmal ausleihen könnte."

Die Kulturstiftung Trier möchte mit der Auszeichnung "wohnKULTUR" den Menschen das Kunsthandwerk wieder näher- bringen.jasa