Infrastruktur: Kunstrasen auf der Warteliste

Infrastruktur : Kunstrasen auf der Warteliste

Mehrere Orte wünschen sich einen neuen Sportplatz. Hermeskeil genießt Priorität, die Sache hat jedoch einen Pferdefuß.

Sportplätze aus Kunstfasern sind begehrt. Sie sind pflegeleicht und bei praktisch jedem Wetter bespielbar. Einziger Nachteil der Kunstrasenplätze: Sie sind teuer, kosten rund eine halbe Million Euro. Die Verbandsgemeinden im Kreis haben derzeit acht Kunstrasen-Sportplätze für eine Prioritätenliste angemeldet. Ferner besteht der Wunsch nach einem Naturrasenplatz, zwei Sportplatzsanierungen, einem Bolzplatz, einer Schwimmbadsanierung und acht Maßnahmen an Gebäuden (siehe Info)

Je höher ein Projekt in der Liste steht, desto wahrscheinlicher ist eine Förderung durch das Land.  Auch 2019 werden voraussichtlich allenfalls die ersten beiden Projekte auf der Liste gefördert. Am Montagabend befasste sich der Kreisausschuss mit dem Thema – und kürte eine neue Nummer eins: die Umwandlung des Tennenplatzes in Serrig in einen Naturrasenplatz. Der Platz ist seit 2014 nicht mehr bespielbar, weil die Drainagen nicht mehr funktionieren und die Deckschicht durch den Regen immer weiter abgetragen wurde.

Serrig kletterte allerdings nur von Platz zwei auf eins, weil der im Sommer vom Sportausschuss an die Spitze gesetzte Bau eines Kunstrasenplatzes in Hermeskeil im nächsten Jahr nicht realisiert werden kann. Bis zum Stichtag Ende November 2018 können die Antragsunterlagen für eine Landesförderung nicht vorgelegt werden. Der Kreisausschuss bekräftigte aber, dass Hermeskeil auf jeden Fall Priorität genieße, wenn die Fördervoraussetzungen geschaffen seien. Der Bau eines Kunstrasenplatzes soll etwa 620 000 Euro kosten, wovon der Kreis als Schulträger den größten Batzen übernimmt. Die Landesförderung beträgt bei kommunalen Sportstätten 100 000 Euro.

Die VG Hermeskeil hat als einzige der sieben Verbandsgemeinden im Kreis noch keinen Kunstrasenplatz. Zuletzt waren die Verbandsgemeinden Ruwer und Kell am See berücksichtigt worden. Und zwar wurden die Tennenplätze in Thomm (2010) und in Zerf (2016) jeweils in einen Kunstrasenplatz umgewandelt.

Der Hermeskeiler Stadtbürgermeister Mathias Queck (CDU) betont: „Wir brauchen diesen Kunstrasenplatz in Hermeskeil für eine kombinierte Nutzung durch Schulen und Vereine. Und zwar am Schulzentrum, wo er für alle am leichtesten zu erreichen ist.” Zu befürchtende Nutzungseinschränkungen aus Lärmschutzgründen hätten zuletzt das Projekt verzögert.

Durch die Änderungen der Richtwerte für Sportstätten sei inzwischen aber eine deutlich umfangreichere Nutzung des Platzes möglich, was ein vom Kreis beauftragtes Gutachten bestätige. Beispielsweise seien 18 Fußball-Punktspiele im Jahr realistisch. „Aber auch für den Schulsport, für die Läufer und Leichtathleten des Turnvereins würde der Platz zur Verfügung stehen.“

Das Wichtigste sei nun, dass der Kreis Baurecht für die Umgestaltung der Anlage schaffe. „2019 wird man noch nicht bauen können, aber für 2020/21 sind wir optimistisch.“ Der Hermeskeiler Stadtrat werde voraussichtlich am Abend seine Zustimmung zu einer entsprechenden Bauvoranfrage des Kreises signalisieren. Für Hermeskeil die Landesfördermittel für 2019 zu beantragen sei sinnlos, weil dann noch nicht gebaut werden könne, sagt Queck. Wichtig sei aber, dass das Projekt beim Kreis weiterhin „höchste Priorität“ habe.

Die Projekte Nummer drei und vier der Prioritätenliste des Kreises sind die Sanierung des Tennenplatzes in Wawern (Kosten 150 000 Euro) und der Bau eines Mehrzweckspielplatzes in Newel als Ersatz für den bestehenden Sportplatz.

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