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Lärmschutz an A1 bei Schweich wächst auf 2,50 Meter

Verkehr : Lärmschutz an A1 bei Schweich wächst auf 2,50 Meter

Bisher sind die Wände entlang der A1 bei Schweich maximal 1,30 Meter hoch. Das soll sich bis 2021 ändern. Die Wunschlösung des Stadtrats kommt jedoch nicht zum Tragen.

Der Vergleich zwischen dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach wurde in der jüngsten Sitzung des Schweicher Stadtrats mehrfach bemüht. Und zwar beim Thema Lärmschutz an der Autobahn.

Die Lösung „Spatz in der Hand” ist eine Umschreibung dafür, dass die bestehenden, bis zu 1,30 Meter hohen Lärmschutzanlagen an der A 1 auf 2,50 Meter erhöht werden. Die „Taube auf dem Dach” steht für eine Erhöhung auf vier Meter. Das wäre die Wunschvorstellung des Rates, allerdings müsste die Stadt die damit verbundenen Kosten von 3,2 Millionen selbst aufbringen.

Stadtbürgermeister Lars Rieger sagte, dieser Eigenbeitrag sei nicht zu stemmen. Die Stadt habe nun mal keinen Anspruch auf einen neuen Lärmschutz. Dies sei nur in Verbindung mit einem Ausbau möglich, beispielsweise durch den Bau einer dritten Fahrspur wie in Höhe von Trier-Ruwer (A 602).

Wie ein schalltechnisches Gutachten ergeben hat, bringt eine Erhöhung auf vier Meter vor allem nördlich des Friedhofs überdurchschnittlich hohe Effekte. Gleichzeitig stellt die Studie fest, dass eine Erhöhung auf vier Meter in Alt-Schweich nicht zu einer signifikanten Lärmentlastung führe.

Das Verfahren für die kleine Lösung, ein Sanierungsprojekt mit einer 2,50 Meter hohen Schutzwand, läuft bereits. Laut dem Landesbetrieb Mobilität Montabaur könnte im Jahr 2021 mit dem Bau begonnen werden. Wenn mehr als zweieinhalb Meter gewünscht sei, müsse die Planung neu aufgerollt werden. Dies sei mit einer Wartezeit von mindestens zwei Jahren verbunden.

Johannes Heinz (CDU) betonte, die Stadt Schweich sei schon 30 Jahre am Thema Lärmschutz dran. Dass der LBM bei der „Wunschvorstellung vier Meter” blocke und eine Finanzierung des Bundes ablehne, bezeichnete er als Erpressung. Man solle beim Land politisch Druck machen, sagte er in Richtung SPD-Fraktion.

Johannes Lehnert (FWG) sagte, Aufwand und Ertrag stünden bei der großen Variante in keinem Verhältnis. Schließlich werde der Bürger auch bei einem 2,50 Meter hohen Wall entlastet. Und dass der Bund bei vier Meter zahle, sei unrealistisch. Lehnert regte an, beim LBM den Einbau von „Flüsterschwellen” an den Brücken zu fordern. An den dortigen Übergangsstellen entstehe der größte Lärm.

Achim Schmitt (SPD) sagte, man sei es den Bürgern schuldig, nicht noch 30 Jahre zu warten. Eine Abschottung des Lärms sei in Höhe der Reifen und des Motors am effektivsten, insofern müsse man nicht unbedingt auf vier Meter hochgehen.

Wie der genaue Wortlaut des Beschlusses sein sollte, darüber entzündete sich eine Diskussion im Rat. Soll man die Forderung nach der Wunschhöhe von vier Metern gegenüber dem LBM als Zusatz äußern oder nicht?

Schließlich einigte sich der Rat auf einen unmissverständlichen Beschluss: Der Stadtrat spricht sich für eine Erhöhung der Lärmschutzwand an der A 1 auf 2,50 Meter aus. Der Spatz in der Hand soll es also sein. Statements aus den Fraktionen für die höhere Wand, die Taube auf dem Dach, erscheinen nur im  Sitzungsprotokoll.