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Lässt der Minister die Bauern auf die Bitburger?

Lässt der Minister die Bauern auf die Bitburger?

Volker Wissing fordert bei der Versammlung des Kreisbauernverbands, dass die Gesellschaft in Sachen Landwirtschaft mehr in die Pflicht genommen werden soll

Schweich/Trier (red) Unternehmerisch und marktorientiert, so müssen Landwirtschaft und Weinbau für den FDP-Politiker Volker Wissing gestaltet werden. Der Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sprach vor der Mitgliederversammlung des Kreisbauern- und Winzerverbandes Trier-Saarburg im Hotel Leinenhof in Schweich.
Wissing ist gegen Milchquoten, gegen die Umverteilung der Betriebsprämien, aber für einen funktionierenden Weinexport sowie wissenschaftlich fundierten Pflanzenschutz und Düngung.
In dem etwa einstündigen Referat vor den Bauern und Winzern aus dem Kreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier sagte Wissing, die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, die die gesellschaftlichen Anforderungen an Landwirtschaft und Weinbau unter ökonomisch sinnvollen Voraussetzungen erfüllen könnten. Die Betriebsprämie müsse auch über das Jahr 2020 hinaus gesichert werden.
Der Minister sieht große Herausforderungen für die landwirtschaftlichen Betriebe: Qualitativ hochwertige Nahrungsmittel sollen bei artgerechter Viehhaltung erzeugt werden. Daneben werde die Hege und Pflege der Kulturlandschaft erwartet. Zudem seien die Betriebsleiter einer überbordenden Bürokratie ausgesetzt.
Der Minister sieht die Gesellschaft in der Pflicht, Landwirtschaft und Weinbau den gehörigen Respekt, den gesellschaftlichen Stellenwert und ökonomisch tragfähige Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen. Die neuen Regeln von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bezeichnete Wissing als "Verunglimpfung der Landwirtschaft".
"Endlich wieder ein Minister, bei dem man den Eindruck hat, er ist für uns Bauern und Winzer da", freute sich eine Besucherin. Viele Themen hatte Kreisvorsitzender Walter Clüsserath dem Minister für seinen Vortrag mit auf den Weg gegeben, von der Betriebsprämie über den naturschutzfachlichen Ausgleich durch Trockenmauern im Weinbau, der Ausweisung von Wasserschutzgebieten bis hin zum Wegebau.
Ein brisantes Thema im Kreisverband ist die Freigabe der B 51 (Bitburger) von Trierweiler talwärts nach Trier für den landwirtschaftlichen Verkehr. Dadurch könnten unfallträchtige Ausweichstrecken vermieden werden, hieß es.
Wissing, der auch für den Verkehr im Land zuständig ist, sagte dem Kreisverband Unterstützung zu. Die anschließende Diskussion war von vielen Wortmeldungen geprägt. Unter den Gästen befanden sich auch Landrat Günther Schartz und Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe.