Land unter in Kasel und Waldrach – erhebliche Hagelschäden

Land unter in Kasel und Waldrach – erhebliche Hagelschäden

Überschwemmte Straßen, voll gelaufene Keller und immense Weinbergsschäden, deren Höhe derzeit noch gar nicht zu beziffern ist. Das ist die vorläufige Bilanz des Unwetters am Samstagabend im Ruwertal.

Starker Regen und Hagelkörner in der Größe kleinerer Erbsen haben in Kasel für überflutete Straßen gesorgt. Im Bild die Zufahrt am Parkplatz an der Ruwer Auch der Festplatz stand unter Wasser. TV-Foto: Ursula Schmieder. Foto: Ursula Schmieder

Exakt zur geplanten Eröffnung des ersten Kaseler Weinfestivals hat ein Unwetter das Ruwertal in Bann gehalten. Betroffen waren insbesondere Kasel und Waldrach, wo Straßen überflutet und teils unpassierbar waren. Etliche Keller standen unter Wasser, das anderthalb Stunden lang wie aus Kübeln niederprasselte. Die durch Regenmassen und Geröll verursachten Schäden in den Orten hatten die rund 200 Helfer relativ rasch im Griff. Laut Wehrleiter Christian Kühn, der erst seit Mitte April im Amt ist, waren elf Wehren aus dem Ruwertal im Einsatz - plus der Einsatzleitwagen des Kreises. Hauptsächlich in Atem hielten 20 Einsatzorte, wo Keller leer gepumpt wurden oder dafür gesorgt wurde, dass das Wasser wieder von den Straßen ablief. Besonders arg traf es einen Landgasthof in Waldrach. In drei unter Wasser stehenden Garagen lagerten Waren wie Bettlaken oder Wein.

Weitaus höher dürften aber die durch erbsengroße Hagelkörner verursachten Schäden in den Weinbergen sein. "Noch kann man die Schadenshöhe nicht beziffern" sagt Rainer Krämer, Waldracher Ortsvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes. Bei einem Rundgang stellte er erhebliche Schäden wie abgebrochene Triebspitzen fest. In Waldrach seien die Lagen direkt oberhalb des Dorfes betroffen, die Randlagen jedoch nicht. Das tatsächliche Ausmaß sei aber erst in einigen Tagen zu sehen. Denn je nachdem, wie stark der Hagel das Rebholz beschädigt hat, kann das die Ernteerträge über Jahre mindern. Hinzu kommen gravierende Erosionsschäden. "Da haben sich Wassermassen Bahn gebrochen." Abgeschwemmt wurden insbesondere gute, nährstoffreiche Böden.

In den Orten selbst waren laut Kühn einzelne Straßen betroffen. Die relativ eben durch Waldrach führende Trierer Straße war komplett mit Schlamm bedeckt. Ähnlich sah es in den Hanglagen von Kasel aus. Im Heiligenbungert sowie in der Verlängerung, der St. Irminenstraße, war ebenfalls zeitweise kein Durchkommen mehr. Für den Fall, dass es auch am Sonntag erneut "Land unter" heißen sollte, was den Wettervorhersagen nach möglich ist, sieht Kühn die Wehren gut gewappnet. In Pluwig und Mertesdorf lagerten fast 500 Sandsäcke, die schon auf Anhänger verladen seien.

Angesichts dieser Perspektiven und noch zu behebender Schäden ist es daher gut möglich, dass die Premiere des Ersatz-Ruwerweinfestes komplett ins Wasser fällt. Der Festplatz selbst war laut Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Ewald am Samstag zwar nicht überflutet, aber die Stände drum herum. Ihn erwischte das Unwetter unmittelbar vor dem vorgesehenen Festzug vom Ruwer-Parkplatz zum Festplatz "an der Lann". Mit mehr als 20 Weinhoheiten von Ruwer und Mosel sowie Landrat Günther Schartz und weiteren Ehrengästen harrte er an der überdachten Bushaltestelle aus. Als der Regen stärker statt schwächer wurde, alarmierte er die Feuerwehr. Das erstmals von einem professionellen Veranstalter geplante Programm sah für heute Vorträge von Kindergarten- und Schulkindern sowie Auftritte der Ruwertaler Winzerkapelle, des Musikvereins Waldrach und des Männergesangvereins Kasel vor. Für Montag ist eine Kinderspielstraße geplant sowie an beiden Abenden Auftritte von Bands.

Überschwemmungen und vollgelaufene Keller im Ruwertal nach Unwetter