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Landesmuseum widmet Emil Krüger (1869-1954) Band 82 der Trierer Zeitschrift

Regionalgeschichte : Zum 150. Geburtstag ein dicker Wälzer

Landesmuseum Trier widmet Band 82 der „Trierer Zeitschrift“ seinem Langzeit-Direktor Emil Krüger.

Es ist ein guter alter Brauch am Rheinischen Landesmuseum Trier: Die Bände der „Trierer Zeitschrift – Archäologie und Kunst des Trierer Landes und seiner Nachbargebiete“ erscheinen als Festschrift für verdienstvolle Wissenschaftler aus eigenen Reihen zu besonderen Geburtstagen, meist zum 65. oder 70. Der frisch erschienene Band 82 der 1926 gestarteten Buchreihe (die übliche Präsentation fiel Corona-bedingt aus) würdigt eine prägende Persönlichkeit aus Anlass ihres 150. Geburtstages: Emil Krüger (1869-1954) ist der am längsten amtierende in der 13-köpfigen Riege der Direktoren des Rheinischen Landesmuseums. 30 Jahre lang war er der Chef. 1905 begann seine Karriere im 1877 gegründeten Provinzialmuseum, als er 1935 in Ruhestand ging, hatte das Haus seinen heutigen Namen.

333 Seiten umfasst der neue Band, 30 davon sind Krüger gewidmet. Autor Jürgen Merten, Leiter der Museumsbibliothek, stellt die Trierer Zeit des aus Sachsen stammenden Archäologen in den Mittelpunkt.

Krüger war 1903 als freiwilliger Hilfsarbeiter dabei, als die Grabung zur Anlage der Kanalisation massenhaft antike Hinterlassenschaften zutage förderte. Ein prägender Aushilfsjob. Und der Langzeitdirektor prägte das Museum und seine Arbeit. In seine Amtszeit fielen die Ausgrabung der Kaiserthermen und des Tempelbezirks im Altbachtal, Museumserweiterungen und Publikationen, die heute noch Standardwerke sind – und die Wiederbelebung der in der Inflationszeit eingestellten Publikationsreihe „Trierer Jahresberichte“ als „Trierer Zeitschrift“.

Alles in allem eine, wie Jürgen Merten schreibt, lang anhaltende Epoche gedeihlicher Entwicklungen. Krüger starb 1954 im hessischen Marburg, wo er seit Ende 1944 gewohnt hatte.

Weitere Themen der neuen Zeitschrift sind „Die römischen Töpferscheiben von Speicher“ (Autor: Wolfgang Czysz) und „Die spätrömischen Gürtelbestandteile des vierten Jahrhunderts aus dem Stadtgebiet von Trier“ (Bettina Kolbe); außerdem gibt es umfangreiche Jahresberichte der Archäologischen Denkmalpflege in den Landkreisen der Region Trier für die Zeit von 2008 bis 2015 von Hans Nortmann, Lars Blöck, Sabine Faust, Joachim Hupe, Hartwig Löhr und Karl-Josef Gilles.

Band 82 der „Trierer Zeitschrift“ (für das Berichtsjahr 2019) kostet 48 Euro und ist erhältlich im Shop des Rheinischen Landesmuseums Trier Weimarer Allee 1 und über den Buchhandel.