Landesregierung macht Ende der Afa-Außenstelle in Trier-Euren von allgemeiner Entwicklung abhängig

Landesregierung macht Ende der Afa-Außenstelle in Trier-Euren von allgemeiner Entwicklung abhängig

In Hermeskeil wird eine neue Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende entstehen. Wir nach deren Eröffnung die Afa-Außenstelle in Euren schließen? Das Land äußert sich dazu zurückhaltend. Abwarten ist die Devise.

Noch in diesem Jahr soll die neue Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Hermeskeil eröffnet werden. Maximal 750 Plätze für Asylsuchende werden in der ehemaligen Bundeswehrkaserne vor den Toren der Hochwaldstadt zur Verfügung stehen. Bereits ab dem 1. Juli soll die derzeitige Afa-Außenstelle Ingelheim als eigenständige Aufnahmeeinrichtung mit 700 Plätzen ihren Betrieb aufnehmen. In Kusel ist eine vierte Afa für 500 bis 700 Flüchtlinge vorgesehen.

Wird durch diese enorme Erweiterung der Kapazitäten die Außenstelle in Euren nicht mehr gebraucht und geschlossen, wie mehrfach vonseiten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) versichert? "Dazu können wir momentan noch keine Angaben machen, da dies von den Entwicklungen der Flüchtlingszahlen in diesem Jahr abhängt", lautet die Aussage einer Sprecherin des verantwortlichen Ministeriums für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen Rheinland-Pfalz.

Das Land suche zusätzlich zu den vier Aufnahmeeinrichtungen in Trier, Ingelheim, Hermeskeil und Kusel Ausweichquartiere, um rund 950 weitere Asylsuchende unterzubringen. Insgesamt soll so die Kapazität in diesem Jahr auf 5000 Plätze erhöht werden. Den Betrieb der Afa-Außenstelle Euren sichert derzeit der Caritasverband Trier. Dessen Direktor Bernd Kettern hat im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund bestätigt, dass der Vertrag mit dem Land, der zunächst bis Mitte 2015 reichte, bis zum Ende des Jahres verlängert worden ist. Kettern: "Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand hören wir danach auf."

Hans-Alwin Schmitz, Ortsvorsteher von Euren, sieht die Aussagen des Landes mit gemischten Gefühlen. "Die Vermutung, dass die Einrichtung länger bleibt als ursprünglich gesagt, muss man angesichts der Flüchtlingssituation in Europa haben. Aber wenn sich die Leute an gewisse Grundregeln halten, sind sie hier gern gesehen." Die Verlagerung des Eingangs zur AfA-Außenstelle an die Luxemburger Straße habe zu einer Entspannung in Euren geführt. Ihn stört das Gerücht, die Zunahme der Wohnungseinbrüche im Stadtteil habe etwas mit Asylbewerbern zu tun. "Damit haben die nichts zu tun."

Insgesamt rechnet das Land Rheinland-Pfalz in diesem Jahr mit 20.000 Flüchtlingen. Diese verbringen derzeit in der Regel vier bis fünf Wochen in der Aufnahmeeinrichtung, bevor sie nach einem definierten Schlüssel auf die Kommunen verteilt werden. Dieser Zeitraum soll nach dem Willen der Landesregierung wieder auf zwölf Wochen ausgeweitet werden.

Die Stadt Trier muss spätestens ab August in diesem Jahr noch 350 Asylbewerber aufnehmen. In den kommenden Jahren rechnet die Verwaltung mit der Zuweisung von jeweils 500 Menschen.

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