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Landratswahl in Trier-Saarburg: Stichwahl am 10. Oktober – Metzdorf hauchdünn vor Schartz

Spannung bis zum Schluss : Landratswahl in Trier-Saarburg: Metzdorf hauchdünn vor Schartz – Stichwahl am 10. Oktober

Im Kreis Trier-Saarburg wurde am heutigen Sonntag ein neuer Landrat gewählt. Bis zum Ende entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Auszählung eines Wahlbezirkes ließ lange auf sich warten.

Der Landkreis Trier-Saarburg wird am 10. Oktober in einer Stichwahl über seinen nächsten Landrat entscheiden. Bei der Landratswahl am Sonntag erreichte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit. Im Gegenteil: Es entwickelte sich ein sehr enges Rennen zwischen Amtsinhaber Günther Schartz (CDU) und seinem Gegner Stefan Metzdorf (SPD).

Wahl zum Landrat in Trier-Saarburg: Diese Kandidaten standen zur Wahl

Neben Schartz stellten sich vier weitere Kandidaten zur Wahl: Stefan Metzdorf (58) für die SPD, Tim Kohley (43) als Einzelbewerber, Martina Wehrheim (55) für die Grünen und Guido Klein (parteilos). Rund 122 000 Menschen im Kreis waren wahlberechtigt.

Landratswahl Trier-Saarburg: Ergebnisse aus den Wahlkreisen

Insgesamt waren für die Bundestags- und Landratswahl im Kreis Trier-Saarburg über 3000 Wahlhelfer im Einsatz. Interessanter Fakt am Rande: Die Wahlhelfer in Wincheringen-Söst waren bei der Landratswahl im Kreis Trier-Saarburg am schnellsten. Der amtierende Landrat Günther Schartz (CDU) hätte die Wahl dort gewonnen mit 35,44 Prozent. Tim Kohley (Einzelkandidat und Mitglied der Freien Wähler) hätte 29,11 Prozent bekommen und wäre somit in der Stichwahl mit Schartz. Stefan Metzdorf (17,72 Prozent) folgt auf die beiden, Martina Wehrheim (Die Grünen) und Einzelkandidat Guido Klein liegen mit 8,86 Prozent gleichauf. Die Wahlbeteiligung bei der Landratswahl lag in Söst bei 65 Prozent. 80 von 123 Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben.

Landratswahl in Trier-Saarburg: Schartz und Metzdorf in Stichwahl, Spannung bis zum Schluss

Einer der größten Stimmbezirke war bei der Landratswahl seit 19.07 Uhr ausgezählt: Saarburg-Stadt. Günther Schartz (CDU) führte dort mit mehr als 37 Prozent vor Stefan Metzdorf, der auf 26,15 Prozent kam. Anders sah es in der SPD-Hochburg Temmels aus. Dort kommt Metzdorf auf mehr als 38 Prozent und Schartz auf 26,98 Prozent.

Erst kurz vor Schluss, um 20:40 Uhr, überholte Stefan Metzdorf seinen Gegner Günther Schartz. Er vereinte 32,29 Prozent der Stimmen, der Amtsinhaber 31,43 Prozent. Sechs Stimmbezirke fehlten zu diesem Zeitpunkt noch noch – darunter Gusterath, die Heimatgemeinde von Metzdorf (dort ist er Ortsbürgermeister), die auch an den SPD-Mann ging. Anschließend wurden Wahlbezirke aus der Stadt Konz ausgezählt, die auch an den Gusterather gingen. In den letzten Wahlbezirken ließ sich Metzdorf diesen Vorsprung nicht mehr nehmen – auch wenn lange Zeit noch die Auszählung aus einem Wahlbezirk (Nittel) fehlte.

Die Wahlhelfer in Nittel haben darauf gewartet, bis die Wahlurne aus Köllig eingetroffen ist. Danach haben sie zuerst die Bundestagswahl ausgezählt, so dass sie mit der Auszählung der Wahlscheine für die Landratswahl erst etwa um 21.10 Uhr beginnen konnten. Diese war jedoch nach 22 Uhr abgeschlossen und konnte am Metzdorf-Sieg nichts mehr ändern. Ohne diesen Wahlbezirk zeigte sich am Ende folgendes Ergebnis:

  • Stefan Metzdorf (SPD): 32,37 Prozent
  • Günther Schartz (CDU): 31,30 Prozent
  • Tim Kohley (Einzelbewerber): 16,87 Prozent
  • Martina Wehrheim (Grüne): 12,36 Prozent
  • Guido Klein (parteilos): 7,10 Prozent

Reaktionen der Landratskandidaten Kandidaten auf die Zwischenergebnisse

 In jeweils eigenen Grüppchen verfolgen die Kandidaten im Kreishaus in Trier die Hochrechnungen zur Landratswahl. Guido Klein, parteilos, sagt zu seinen Zahlen, die in der ersten Stunde der Hochrechnungen zwischen 5 und 7 Prozent schwanken: „Ich bin sehr zufrieden. Ich starte ja von einer 0-Basis und ohne Partei.“ Klein ist mit seinen beiden Söhnen und seiner Frau im Kreishaus.

Martina Wehrheim (Grüne), die in der ersten Stunde Werte zwischen 8,5 und 10 Prozent erreicht, meint: „Das lässt sich gar nicht so schlecht an. Immerhin haben wir zugelegt.“

Stefan Metzdorf (SPD), der von seiner Frau und seiner Tochter begleitet wurde, kommentierte seine Werte von bis zu 28 Prozent mit den Worten: „Ich bin erfreut. Die Zahlen lassen hoffen, dass ich viele Bürgerinnen und Bürger im Wahlkampf erreichen und von meinen Schwerpunkten überzeugen konnte.“

Tim Kohley (Einzelkandidat, Mitglied der Freien Wähler) hingegen war nicht so ganz zufrieden mit dem Zwischenergebnis von 18 bis 20 Prozent. Er sagte: „Ich hoffe, dass ich noch ein paar Prozentpunkte hinzubekomme. Mein Ziel ist die Stichwahl.“ Diese erreichte Kohley am Ende nicht.

Amtsinhaber Günther Schartz, dessen Zwischenergebnis sich gegen 19.30 Uhr bei 34,3 Prozent einpendelte, meinte: „Ich bin im Moment mit dem, was sich zeigt, recht zufrieden. Bei vier Gegenkandidaten gibt es natürlich verschiedene Strömungen und es ist als Amtsinhaber eine besondere Situation. Deshalb als bin ich recht zufrieden.“