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Landtagswahl Wahlkreis 24 Alfred Wirtz

Landtagswahl : Mission Nachhaltigkeit in Job und Politik

Der erste grüne Ortsbürgermeister möchte in den Landtag. Alfred Wirtz aus Ralingen ist Schreinermeister und zieht Parallelen zwischen Handwerk und Politik.

Für Politik hat er sich schon in den 1980er Jahren interessiert. Damals machte er seine Ausbildung zum Schreiner. Und damals fand er aufgrund persönlicher Kontakte seine politische Heimat bei den Grünen. 40 Jahre später ist Alfred Wirtz nicht nur Schreinermeister mit eigenem Betrieb, sondern auch Mitglied von Verbandsgemeinderat und Kreistag, erster grüner Ortsbürgermeister im Landkreis Trier-Saarburg und nun auch noch Direktkandidat von Bündnis90/Die Grünen für die Landtagswahl im Wahlkreis Trier-Schweich.

Das Mandat im Kreistag und der Ortsbürgermeisterposten sind ein Ergebnis der letzten Kommunalwahlen. Engagiert ist der verheiratete Vater von drei Kindern schon länger. Als 2008 Pläne bekannt wurden, dass nördlich von Ralingen-Olk auf 220 Hektar ein Steinbruch mit angeschlossenem Zementwerk entstehen sollte, engagierte sich der heute 54-Jährige beim Verein  „SMS – Stoppt Megasteinbruch Südeifel Bürgerinitiative für Naturschutz und Naherholung“. Inzwischen ist es ruhig um die Pläne für den Steinbruch geworden. Wohl auch aufgrund der Bürgerinitiative.

Weiterhin aktiv ist der Verein „Handwerk hilft“, dessen zweiter Vorsitzender Wirtz ist. Der Verein  ist aus einer Initiative der Schreinerinnung Trier-Saarburg entstanden und realisiert soziale Projekte, beispielsweise die Ausbildung von jungen Ruandesen. Auch einen Spielplatz in Schweich hat der Verein schon auf Vordermann gebracht. Und in der Sauertalgemeinde Minden betreibt er in einem einst heruntergekommenen und nun sanierten Haus eine Kulturscheune.

„Nachhaltigkeit und Handwerk passt zusammen“, sagt Alfred Wirtz zur Begründung für dieses Engagement. Das Schreinerhandwerk sei ein Paradebeispiel dafür, da der nachhaltige Baustoff Holz im Mittelpunkt stehe.

Und noch einen Beweggrund nennt er dafür, dass er sich engagiert: „Nichts zu machen ist keine Alternative.“ Wie bekommt er Beruf, Familie, Politik und Vereinsarbeit unter einen Hut? „Das ist alles eine Frage der Organisation“, sagt Wirtz.

Einen Platz auf der Landesliste von Bündnis90/Grünen hat Alfred Wirtz nicht. „Wir gehen mit Köpfen nach vorn, um zu zeigen, dass Menschen aus der Region für die Region eintreten“, sagt der Ralinger. Wer am Ende das Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis Trier-Schweich macht, kann der Ralinger nicht sagen. Sein Ziel für die Wahl im März lautet „fünf bis zehn Prozent über den Landesschnitt.“

Ob in Mainz, im Kreistag oder in Ralingen: Das Thema Europa hat für Alfred Wirtz einen hohen Stellenwert. Er kann sich noch gut an die bangen Momente an der Grenze erinnern, wenn er als Kind mit seinen Eltern Verwandte im nahen Luxemburg besuchte. Das sind Gefühle, die im Frühjahr 2020 wieder präsent waren, als Deutschland seine Grenzen für Luxemburger schloss. „Im normalen Leben spielt die Grenze keine Rolle mehr.“ Deshalb müsse es andere Lösungen als Grenzschließungen geben, solange täglich 40 000 Menschen ins Nachbarland zur Arbeit pendelten.

Bei den Politikfeldern, die ihm außerdem besonders am Herzen liegen, muss Alfred Wirtz nicht lange nachdenken.  Die Stärkung der Kommunen und der mittelständichen Wirtschaft zum Beispiel. Er fordert, dass Klimaschutz endlich ganzheitlich gedacht werden müsse.

Der Verkehr müsse reduziert werden, fordert Wirtz. Den Mosleaufstieg lehnt er deshalb ab. Vielmehr müsste der ÖPNV durch ein 365-Euro-Ticket attraktiver werden. Das Handwerk müsse dafür sorgen, dass erneuerbare Energien weiter ausgebaut würden. Für viele Dinge fehle es einfach an Mut. Zu oft gehe es darum, den aktuellen Stand einzufrieren.