Lange Leitung fehlt

MERTESDORF. Die Feuerwehren von Waldrach, Kasel, Mertesdorf, Morscheid und Riveris waren dieses Mal "dran", als es am Samstag hieß: Jahresabschlussübung in der Verbandsgemeinde Ruwer.

Schauplatz des Geschehens war diesmal das Waldgelände oberhalb der Ruwertalhalle in Mertesdorf. Kurz vor 14 Uhr harrte dort an der Kreisstraße zur B 52 Verbandsgemeinde-Wehrleiter Josef Hartmann zusammen mit den Ortsbürgermeistern der beteiligten Gemeinden der Dinge, die da kommen sollten. Während dann in Mertesdorf die Feuersirene aufheulte, erläuterte der Feuerwehrchef die Ausgangslage: Ein Spaziergänger hat im Wald starke Rauchentwicklung entdeckt und sofort die Mertesdorfer Feuerwehr alarmiert. Die Flammen breiten sich im trockenen Unterholz schnell aus. Das Feuer erreicht in kurzer Zeit eine erhebliche Ausdehnung und bedroht auch ein hölzernes Gebäude im Wald. Außerdem gerät ein Forstarbeiter unter seinen Traktor und wird schwer verletzt von dem tonnenschweren Gefährt eingeklemmt. Eine wesentliche Rolle bei dieser Übung sollte das Thema "Wasserversorgung bei der Waldbrandbekämpfung" spielen. Zwei Alternativen standen zur Wahl: Die etwas zeitraubende Verlegung einer fast 700 Meter langen Schlauchleitung von der Ruwertalhalle an den Rand des Einsatzgebiets, oder ein Pendelverkehr mit drei Tanklöschfahrzeugen. Die Entscheidung fiel zu Gunsten des Pendelverkehrs. Tatsächlich lief zunächst alles reibungslos: In kurzer Zeit waren die fünf Wehren mit zahlreichen Fahrzeugen und insgesamt 41 Kräften am "Brandort". Etwas oberhalb im Wald wurde der abgerutschte Trecker gesichert und dann mit einem Pneumatikkissen leicht angehoben. So war der Weg frei zur Bergung des "schwer Verletzten". Gleichzeitig breitete sich auf den Waldwegen ein weitläufiges Netz aus Schläuchen aus, die wiederum die zischenden Strahlrohre mit kühlem Nass versorgten. Dies währte jedoch nur so lange, bis die Tankfahrzeuge unten auf der Straße leer gepumpt waren und zum "Wasserfassen" an die Ruwertalhalle eilen mussten. Ab diesem Zeitpunkt gestaltete sich die Wasserversorgung recht stockend. Aus diesem Problem ergab sich schließlich die wichtigste Erkenntnis der Übung: Man hätte sofort mit dem Aufbau der "Fernleitung" zur Ruwertalhalle beginnen sollen - durch den Tankwagen-Pendelverkehr wäre im Ernstfall wertvolle Zeit verloren worden. Auch sonst offenbarte die Übung - naturgemäß - einige Unterschiede zu einem wirklichen Einsatz: Sich etwa bei herbstlichem Nieselregen vorzustellen, wie es in dem vor Nässe triefenden Wald brennt, verlangte von den Beteiligten einige Fantasie. Mit der extra-schnellen Anfahrt der Kräfte hätte es im Ernstfall an einem Wochentag auch anders ausgesehen. So aber saßen die fünf Wehren schon in voller Mannschaftsstärke auf ihren Fahrzeugen, als um 14 Uhr die Sirenen heulten.