Lange Leitung für schnelles Internet

Lange Leitung für schnelles Internet

Für Hunderte Internetnutzer in der Verbandsgemeinde (VG) Schweich rückt der schnelle DSL-Anschluss in greifbare Nähe: Auf der Strecke zwischen Klüsserath und Pölich läuft zurzeit die Verlegung der Leerrohre für ein Glasfaserkabel. Bald dürfte dort die Zeit der lahmen Anschlüsse und Funk-Notbehelfe ein Ende haben.

Schweich. Ein schneller DSL-Anschluss zählt heute zu den wichtigen Standortfaktoren einer Gemeinde. Er kann so sogar ausschlaggebend sein, wenn ein Unternehmen vor der Frage "Ansiedeln oder nicht?" steht. Sehr schlechte DSL-Karten hatten bisher die Moselgemeinden Klüsserath, Ensch, Schleich und Pölich. Zu teuer und unrentabel sei der DSL-Ausbau in diesen Gemeinden, erklärten die Netzanbieter. Als Glücksfall erwies sich dann der betriebsinterne Netzausbau des Wasser-und Schifffahrtsamtes (Wasa), das seine Schleusen und Nebenstellen entlang der Mosel mit einem eigenen Hochleistungskabel verbunden hat. Dieser Glasfaserstrang besitzt noch genügend freie Kapazität für fremde Nutzer.

Gemeinden wollen selbst ins Netz investieren



Gleichzeitig trat der saarländische Netzanbieter Inexio auf den Plan, der sich auf unterversorgte Regionen spezialisiert hat. Inexio war bereit, in den vier Moselorten zu investieren, wenn diese die Verlegung der Leerrohre übernehmen würden. Im November 2010 unterschreiben die vier Gemeinden den entsprechenden Vertrag mit den Saarländern (der TV berichtete). Insgesamt 360 000 Euro wollen die Gemeinden investieren. Das Land fördert dies mit 168 000 Euro.

Inexio geht davon aus, dass rund 50 Prozent der Haushalte in den Orten das DSL-Angebot später nutzen werden. Ähnlich verfahren wurde bereits etwas früher auf der anderen Moselseite in Detzem, Thörnich und Köwerich, wo die Leerrohre auf Kosten der drei Orte bereits verlegt sind und auf die Glasfaserkabel von Inexio warten.

Auf die Vertragsabschlüsse folgte im Herbst die Ausschreibung. In der vergangenen Woche begann die beauftragte Firma Matthias Ruppert, zwischen der B 53 und dem Moselufer die Leerrohre auf rund 7,7 Kilometern Länge ins Erdreich zu verlegen. Die Bezeichnung "Rohre" täuscht jedoch: Optisch gleichen die Leerrohre dicken elastischen Kunststoffkabeln, in die später mit einem besonderen Verfahren die Glasfaserkabel hineingeschoben oder -gezogen werden. Für die Verlegung auf offener Strecke kommt ein schwerer Erdpflug zum Einsatz, der die Stränge in einem Arbeitsgang unter die Erde verlegt. An den Endpunkten in den Orten und an Stellen, wo um die "Ecke herum" verlegt werden muss, ist allerdings wie derzeit bei Ensch noch Handarbeit angesagt.

Nach Angaben von Gerhard Spieles und Wolfgang Düpre von der VG-Bauabteilung soll die Leerrohrverlegung bis Mitte April abgeschlossen sein. Danach beginnt Inexio mit der Glasfaserinstallation, die voraussichtlich bis Dezember dauern wird. Spieles: "Die Nutzer werden sich also noch gedulden müssen."

Anbieter veranstaltet Info-Abende für Bürger



Mit dem Anschluss von Klüsserath, Ensch, Schleich und Pölich auf der linken Moselseite sowie mit der Vernetzung von Köwerich, Detzem und Thörnich auf der Gegenseite ist einer der letzten weißen DSL-Flecken auf der Schweicher VG-Landkarte verschwunden.

Wie geht es weiter mit dem privaten DSL-Anschluss? Um diese und weitere Fragen zu klären, bietet der Netzanbieter Inexio in den Orten Info-Abende für Interessierte an. Die Termine: 24. Februar, 19 Uhr, im Bürgerhaus Ensch, 2. März, 19 Uhr, Hotel Sonnental in Schleich, 9. März, 19 Uhr, Alte Ökonomie in Klüsserath, und 10. März, 19 Uhr, Hotel Pölicher Held in Pölich. ExtraDie meisten Orte der Verbandsgemeinde Ruwer liegen fernab einer Glasfaser- oder Breitband-Haupttrasse, was die DSL-Versorgung dort zusätzlich erschwert. Als Übergangslösungen wurden in einzelnen Orten alternative Funknetze installiert - doch deren Nutzer-Kapazität ist begrenzt. Nach einer Machbarkeitsstudie würde es rund 4,5 Millionen Euro kosten, alle Gemeinden anzubinden. Nach Angaben von Andreas Koster, EDV-Spezialist der VG-Ruwer, laufen derzeit Gespräche mit dem saarländischen Anbieter Inexio. Geprüft würden verschiedene Lösungswege. Sollten wirklich alle Gemeinden der VG Ruwer an DSL angeschlossen werden, könne die Lösung nach Auffassung von Bürgermeister Bernhard Busch nur in einem flächendeckenden Gesamtkonzept liegen. (f.k.)ExtraIn der Verbandsgemeinde Trier-Land ist die DSL-Versorgung unterschiedlich. Langsur hat etwa einen Zugang über Luxemburg. Kordel ist Standort einer Vermittlungsstelle, die örtliche Versorgung daher gut. Aber schon die Kupferkabelverbindung von Kordel ins fünf Kilometer entfernte Butzweiler sorgt dort für einen langsamen Seitenaufbau. Das Gewerbegebiet Sirzenich hat einen eigenen Anschluss. Im nahen Sirzenich oder in Trierweiler sieht die Situation anders aus. An einer Glasfaserstrecke von Igel nach Trierweiler zeigte Anbieter Inexio wegen der Kosten-Nutzen-Rechnung kein Interesse. Nun sucht Trierweiler per Ausschreibung einen Anbieter für einen DSL-Netzausbau. Die Gemeinde hat für eine mögliche Eigenbeteiligung 200 000 Euro in ihren Haushalt eingestellt. (f.k.)