Lange Verzögerung bei der Kita Euren

Infrastruktur : Lange Verzögerung bei der Kita Euren

Die Fertigstellung des Außengeländes lässt weiter auf sich warten. Statt 27. Mai peilt die Stadt Trier jetzt den 22. Juli als Beginn der Arbeiten an.

Es will und will nicht fertig werden, das Außengelände an der Kita in Trier-Euren. Mächtig Ärger hat sich zuletzt aufgestaut, weil mit den Geländearbeiten überhaupt noch nicht begonnen wurde – trotz mehrerer Anläufe, moniert Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz (UBT) und schüttelt den Kopf: „Dass so etwas überhaupt möglich ist.“

Auch Hannes Reuter, der gerade seine Kinder in der Kita abholt, ist überhaupt nicht angetan von dem fortwährenden Stillstand: „Ich glaube der Stadt nichts mehr“, äußert sich Reuter gegenüber dem TV enttäuscht von der Rathaus-Verwaltung. Im Mai hätten die Bauarbeiten beginnen sollen, weiß Michael Lehnert, Vorsitzender des Elternausschusses, der die Abläufe ebenfalls nicht gutheißen will: Nach drei Jahren sei die Kita immer noch nicht fertig.

Bei gemessenen 37 Grad Raumtemperatur sei ein Aufenthalt für die Kleinen kaum angenehm, stellt Stadtteilchef Schmitz fest. Am Donnerstag, 11. Juli, war der Stadtteilchef von der Kita Euren kurzerhand zur unerwünschten Person erklärt worden; ein Besuch von ihm nicht erwünscht. „Eine Erfahrung, die ich so noch nie gemacht habe.“ Mit groß in die frische Luft gehen für die Kleinen sei nichts drin bei unfertigem Spielplatz samt Außengelände. Dem widerspricht Rathaussprecher Michael Schmitz: „Der Garten ist aber uneingeschränkt benutzbar. Die großen Bäume bieten reichlich Schatten.“

Laut Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz sollen zwei große Ventilatoren von der Feuerwehr für Kühle in den Räumen sorgen. Bestätigt wird dies gegenüber dem TV von Erika Werner, Gesamtleiterin Gesamteinrichtung Trier von der Katholische Kita gGmbH. Allerdings: Hans-Alwin Schmitz bezweifelt die Wirksamkeit: „Ventilatoren wirbeln höchstens die Luft durch. Für angenehme Kühle sorgen sie wohl kaum.“

Für ihn mutiert der Außenbereich mit unfertigem Spielplatz, ebensolchen Parkplätzen wie auch dem noch nicht hergerichteten behindertengerechtem Eingang zu einer „traurigen wie endlosen Geschichte“. Erika Werner: „Grundsätzlich können wir als Betriebsträger keine Bauarbeiten beeinflussen, da dies die Angelegenheit des Bauträgers ist.“

Der 27. Mai sei schon mal als Baubeginn genannt worden. Passiert sei nichts – bis heute, außer das immer wieder geschoben wurde, bemängelt Hans-Alwin Schmitz.

Dass es nicht überall optimal läuft bei den städtischen Kita-Bauvorhaben, weiß wohl auch OB Wolfram Leibe. „Hier in Feyen machen alle Firmen einen guten Job“, befand Leibe kürzlich bei einem Besuch dort, wo hektische Betriebsamkeit herrscht (TV vom 16. Juli).

Tristesse hingegen in Euren mit dem Ambiente „Still ruht der See“. Viel Wildwuchs ist zu sehen und vor allem ein hoher Zaun, der die Außenbrache umschließt. Größere Treppenblöcke lagern hinter dem Zaun. Falsch bestelltes oder geliefertes Material, was offensichtlich nicht mehr gebraucht werde, sagt Stadtteilchef Hans-Alwin Schmitz.

Bei einem Baubeginn Ende Mai hätten die Sommerferien genutzt werden können, um das Gelände ohne laufenden Kita-Betrieb fertigzustellen. Jetzt sollen die Arbeiten erst in der zweiten Ferienhälfte beginnen, was zur Folge hätte, dass die Arbeiten während des laufenden Kita-Betriebes weitergeführt und zum Abschluss gebracht werden müssten mit viel Staub und Dreck.

Rathaussprecher Michael Schmitz rechnet fest mit dem Baubeginn am 22. Juli. In der Bauwirtschaft komme es vermehrt zu Verzögerungen, wohl auch wegen der Konjunkturlage, sagt Michael Schmitz. Bei einer Vielzahl von Ausschreibungen erhalte die Verwaltung überhaupt kein Angebot oder Angebote seien überteuert, sodass Ausschreibungen aufgehoben werden müssten. Laut ihm fallen die entstandenen Verzögerungen nicht auf die Baufirma zurück. Sie habe nachgewiesen, dass rechtzeitig bestellte Baumaterialien nicht geliefert worden seien.

Kleiner Trost für Euren: Zum 27. September sollten laut Stadtsprecher Schmitz die Außenanlagen fertig sein. Kosten: 330 000 Euro. Kosten für Kita-Sanierung und Erweiterung insgesamt: 2,24 Millionen Euro. Stadtsprecher Schmitz: „Auch wir hätten uns einen schnelleren Abschluss gewünscht.“