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Langsur erhält Wlan-Hotspots

Infrastruktur : Gratis ins Netz: Langsur erhält Hotspots

An elf öffentlichen Plätzen sollen Bürger und Besucher bald kostenlos im Internet surfen. Gefördert wird das Vorhaben durch die  Initiative WiFi4EU. Dieses Projekt könnte Vorbild für andere Gemeinden in der Region sein.

Die öffentlichen Plätze der Gemeinde Langsur mit Wlan auszustatten – das hat Rüdiger Fischer zu seiner Mission erklärt. Dabei war dem Gemeinderatsmitglied (CDU) bewusst, dass die Gemeindekasse nicht genug für sein Vorhaben hergeben würde. „Deshalb habe ich mich im Internet informiert, welche Fördermöglichkeiten es gibt“, berichtet Fischer, der hauptberuflich als Projektmanager für Photovoltaik-Freiflächenanlagen bei einem Trierer Unternehmen arbeitet.

„Im Netz bin ich auf die WiFi4EU-Initiative gestoßen“, erzählt er. Daraufhin habe er die Initiative im Gemeinderat vorgestellt und eine Handlungsvollmacht von Ortsbürgermeister Reinhold Thiel bekommen, um den Antrag stellen zu können.

Mit dem Programm WiFi4EU fördert die Europäische Union den Ausbau von kostenlosen Internet-Zugängen an öffentlichen Plätzen wie Bürgerhäusern, Sportplätzen und Verwaltungen in Gemeinden. Mithilfe von Gutscheinen in Höhe von 15 000 Euro finanziert die Europäische Kommission im Rahmen der Initiative die Einrichtung von Internet-Hotspots innerhalb der Gemeinde.

„Für die Förderung muss man sich über eine Internetplattform der EU bewerben“, erklärt Fischer. Bevor er losgelegt habe, habe er sich mit einer Gemeinde bei Koblenz in Verbindung gesetzt, die im Jahr zuvor einen Zuschlag bekommen hatte: „Dort hat man mir Tipps gegeben und erklärt, was bei der Bewerbung und der Umsetzung zu beachten ist.“

 Viele verschiedene Formulare habe er ausfüllen müssen. Das sei zwar ein ziemlicher „Papierkrieg“, aber die Bewerbung sei trotzdem gut zu bewältigen. Er will auch anderen Gemeinden Mut machen, sich für die Initiative zu bewerben: „Auf der Plattform wird Schritt für Schritt erklärt, wie man vorgehen muss.“

Dann haben die Bewerber einen Tag Zeit, ihre Unterlagen auf der Plattform hochzuladen. Welche Gemeinde einen Gutschein bekommt, entscheidet sich im Windhundverfahren, heißt: Wer am schnellsten alle nötigen Dokumente hochlädt, bekommt den Zuschlag.

Da die Europäische Union versucht, die Förderung fair auf ihre Mitgliedstaaten zu verteilen, kann nur eine bestimmte Anzahl der teilnehmenden Gemeinden in Deutschland eine Zuwendung erhalten.

„Ich habe vorher alle Formulare ausgefüllt“, erzählt Fischer. „Dann habe ich pünktlich zur Freischaltung der Plattform vor dem Computer gesessen und immer wieder auf Enter gedrückt, bis die Bewerbung erfolgreich hochgeladen war.“ Dass Langsur den Gutschein bekommen hat, habe er aber erst vier bis sechs Wochen später erfahren.

„Auf der Internetweite der Initiative sind Unternehmen aufgelistet, die diese Installationen vornehmen dürfen“, sagt Rüdiger Fischer. Er holt Angebote von drei Firmen ein, dann entscheidet die Gemeinde, welche Firma beauftragt wird. „Die reine Hardware wie die Wlan-Antennen ist mit den 15 000 Euro gedeckt“, schätzt er. „Die Folgekosten wie der Wartungsservice sind das, was die Gemeinde später selbst bezahlen muss.“ Dabei müsse man aufpassen, dass die Kosten nicht zu hoch ausfielen.

Installiert werden sollen die elf Wlan-Hotspots unter anderem an den Bürgerhäusern in allen Ortsteilen, am Sportplatz in Langsur sowie an der Tourist-Information in Wasserbilligerbrück. Für  Fischer ist das kostenlose Wlan-Angebot ein wichtiger Schritt: „Das macht den Ort attraktiver“, findet er. „Auf dem Land ist man in Bezug auf die Infrastruktur im Nachteil. Aber ich und viele andere Menschen setzen es als Standard voraus, dass man eine Wlan-Verbindung hat.“

Nähere Informationen zur Initiative
Wifi4EU der Europäischen Union und zum Prozedere einer Beantragung finden Interessierte im Internet unter
www.wifi4eu.eu