Lars Rieger, CDU-Kandidat
Schweich · Über seinem Namenszug steht "schwarz & stark". Lars Rieger, der CDU-Kandidat für die Schweicher Stadtbürgermeisterwahl am 12. Juli, verschenkt bei seinen Hausbesuchen schwarze Kaffeetassen.
Auch kleine Flyer hat der 37-Jährige dabei, wenn er mit seinem Wahlkampf-Bollerwägelchen unterwegs ist. "Klarer Kurs für Schweich" lautet die Schlagzeile. Im Innenteil gibt es ein Foto, wo Rieger mit seinen Parteifreunden zu sehen ist: Mit Landrat Günther Schartz, Landtagsabgeordnetem Arnold Schmitt und VG-Bürgermeisterin Christiane Horsch.
Der Kandidat weiß, dass er seinen Bekanntheitsgrad in der Moselstadt steigern muss, will er am 12. Juli eine Chance haben. Sein Mitbewerber Achim Schmitt (SPD) ist ein Ur-Schweicher, Rieger lebt seit sieben Jahren dort und ist erst seit einem Jahr in der Kommunalpolitik aktiv. Deshalb setzt er auf Hausbesuche und die Begleitung bekannter Schweicher Köpfe. In der Markus-Konder-Straße ist Jupp Rohr Riegers "Eisbrecher". Ihn kennen die Leute, und es kommt gleich zum Gespräch an der Haustür. Lars Rieger ist überrascht, wie offen die Leute sind. Häufig werde er ins Haus gebeten, sagt er dem TV.
Man finde es gut, dass sich der Kandidat vorstellt. Thematisiert werden laut Rieger meist "kleine Störfaktoren" vor der Haustür. Etwa, dass in Klein-Venedig mal wieder die Böschung gemäht werden müsse, oder dass es die Parkplatzsituation in der Corneliuspforte in Alt-Schweich chaotisch sei. Rieger setzt darauf, dass Alt-Schweich durch das Förderprogramm Ländliche Zentren aufgewertet wird.
"Wir brauchen dort mehr Platz", sagt Rieger. Forderungen nach Halteverboten und Einbahnregelung sind an den ersten Beigeordneten schon herangetragen worden. "Egal, was wir machen, man wird Leute verprellen", sagt der Kandidat. Auf jeden Fall sollen die Bürger bei den Maßnahmen beteiligt werden.
Unter dem "Klaren Kurs" , den Rieger auf seinen Wahlplakaten verspricht, versteht er pragmatische Lösungen. Im Vorfeld von Stadtratssitzungen will er sich "durch Gespräche mit den Fraktionsvorsitzenden Mehrheiten sichern". Er möchte nicht in den Sitzungen "vor vollendete Tatsachen gestellt werden", wie das dem früheren Stadtbürgermeister Otmar Rößler beispielsweise mit dem Bebauungsplan Bahnhof passiert ist. Alles Wünschenswerte, das wisse er, sei nicht machbar.
"Wir brauchen in Schweich Leuchturmprojekte", sagt der gebürtige Desdner, der bei einem Bank in Luxemburg arbeitet und sich im Falle seiner Wahl zu 50 Prozent freistellen lassen will. Wichtig ist ihm das Thema Verkehr. Das morgentliche "Chaos an den Schulen" müsse beseitigt werden, der Kreisel im Bereich Schlimmfuhren/Isseler Straße müsse kommen, langfristig auch die Öffnung der Bonhoeffer Straße.
Mainz müsse auch endlich das Versprechen des früheren Innenministers Bruch einlösen, dass Schweich Mittelzentrum werde. Wichtig ist dem Realpolitiker Lars Rieger der Glaube. Als Lektor bringt er sich in der katholischen Kirchengemeinde ein. Ob ihm der gute Draht nach oben auch bei der Wahl am 12. Juli hilft? Er schließe die Wahl ins Gebet ein, sagt Rieger, aber nicht nur auf sich bezogen. "Ich bitte um einen fairen Wahlkampf." alf