Lausbuben erinnern sich an Volksschul-Jahre

Lausbuben erinnern sich an Volksschul-Jahre

TRIER-ZEWEN. Maikäfer, Schule im Freien und die Evakuierung: Mehr als 20 Zewener Senioren unterhielten sich über ihre Volksschul-Jahre zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

"Unser letztes Treffen fand auf der ‚Marie-Astrid' statt", lacht Ewald Beck, der alle fünf Jahre gemeinsam mit Rudolf Schuh und Walter Stemper ein Klassentreffen organisiert. "Diesmal wollten wir hier in Zewen bleiben. Wir gehen nachher an der Mosel spazieren, später folgt der gemütliche Ausklang." Viele Erinnerungen werden ausgetauscht, schöne und weniger schöne. "Wir waren in der Altmark", berichtet Helena Bach. "Wir waren sechs Kinder, meine Mutter hatte es schwer. Man hat uns dort nur ‚die Franzosen' genannt. Später mussten wir dann nochmal weg, nach Föhren - mit dem Kuhwagen." Eine Schwester starb, der Vater kehrte krank zurück, und die 14-jährige Helena musste hart arbeiten: Brot backen, die Kuh melken. Eduard Bell verlor im gleichen Alter ein Bein, erlebte in Wittlich Weihnachten bei Bombenangriffen: "1946 musste ich betteln gehen." Hans Siegmayr stellt fest: "Das Leben ist schlimm und lustig." In der Schule heckte er mit seinen Freunden so manchen Streich aus: "Wir sahen einen Film über Bayern, da hab' ich Maikäfer fliegen lassen. Der Lehrer fand die Zigarrenkiste bei mir, da wusste er Bescheid!" Den Kirchturm erkletterte Hans bis zur Spitze. Einer der vorwitzigsten Streiche des späteren Weltenbummlers: In der Kirche tauschte er das Weihwasser durch Tinte aus.

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