Leben und lernen, ganz ohne Computer

Leben und lernen, ganz ohne Computer

Herrliches Sommerwetter hat am Sonntag rund 600 Kinder ins Freilichtmuseum nach Konz gelockt. Seit mehr als 20 Jahren stehen die kleinen Besucher an einem Tag ganz im Mittelpunkt und können all das ausprobieren, was sonst in Einzelprojekten angeboten wird.

Konz. Schon früh ist der Parkplatz am Freilichtmuseum Roscheider Hof voll belegt. "Ich schätze, dass heute 1200 Menschen kommen. Die Hälfte davon sind Kinder", sagt dessen Geschäftsführer Hermann Kramp. Richtiges Sommerwetter macht's möglich. 25 Helfer hat er aktiviert, die elf Projekte betreuen, mit denen sich die kleinen Besucher beschäftigen oder bei denen sie zuschauen können."Regen hätte uns auch nichts ausgemacht. In unserem Hunsrückdorf haben wir genügend Räume", erklärt Kramp. Zeigen, wie frühere Generationen gelebt, getöpfert, geschmiedet und gegessen haben, das alles in historischem Ambiente, das ist im Museumsweiler auch für die Kleinen gut vorstellbar.Die dürfen ihr eigenes Brot herstellen, die Klicker, Spielzeug vieler Generationen, werden selbst als Kügelchen geformt, die Schmiede ist voll in Betrieb, und vieles, was man mit den Händen schaffen kann, ist im Angebot. Ja, sogar Märchen werden erzählt, so als ob Fernseher und Computer noch nicht erfunden wären.Nicht alle elf Stationen waren immer gleich stark besucht. Aber wo etwas hergestellt und mit nach Hause genommen werden konnte, da war immer viel los. Felix konzentriert sich voll auf ein kleines Töpfchen, dem er aus einer langen Wurst aus Ton seine Form verleiht. "Ich habe so was noch nie gemacht", sagt der Siebenjährige. "Das geht mit Daumen und Zeigefinger", erklärt ihm Töpferin Iris Wojanowski, die schon viele Kurse geleitet hat. "Hier lernen die Kinder, wie sie kreativ sein können", erklärt sie allen Eltern, die ihre Kinder an ihren Tisch schicken.Geschichte und Kreativität

Die siebenjährige Hannah-Sophie war schon beim Kinderschminken. Jetzt bemalt sie einen Kreisel, farblich passend, versteht sich. Ihre Mutter, Diana Willems aus Obermennig, schätzt die Kombination aus den Aktionen und historischer Umgebung: "Die Kinder können Geschichte erleben und dabei kreativ sein."Tiere, Drachen, ein selbst ausgeschnittener Hase, der Mümmel, sind aus Pappe. Papier drüber, und mit bunten Stiften bildet sich die Form heraus. "Das ist Frottage, eine frühe Form des Kopierens", erklärt Dieter Wojanowski den Kindern und den Eltern an seiner Station. Stockbrot wurde über dem offenen Feuer direkt neben dem Kolonialwarenladen gegrillt und gleich verzehrt. So schmeckt das am besten. dothWas das Freilichtmuseum demnächst alles anbietet, steht im Internet unterroscheiderhof.de

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