Leben wie in England oder der Toskana

Konz-Roscheid · Fast könnte man es für einen Außenposten der legendären Chelsea Flowershow halten. Doch die private Blumenschau voll Rosen, Stauden und mediterranen Kübelpflanzen auf den Höhen von Roscheid spiegelt einfach nur die Liebe zu England und dem italienischem Lebensgefühl wieder.

Konz-Roscheid. Mit einem Fischgrätmuster haben sie es geschafft: Terrakottasteine, von der Straße bis zum Hauseingang verlegt, erinnern an das Original auf der Piazza del Campo im italienischen Siena. Englische Rosen und Stauden von der Insel sagen\'s durch die Blumen: Hier wohnen zwei Gartenfreunde, die ein Faible für Italien und Großbritannien haben. "Die viktorianische Sitzlaube hier im Vorgarten haben wir auf der Hampton-Court-Show gesehen, den Hersteller ausfindig gemacht und per Spedition aus England geordert", erzählt Winfried Baulig. "Und die Terrakottasteine wurden aus der Nähe von Florenz bezogen", sagt Bernhard Dübon. Es sei gar nicht so einfach gewesen, einen Fachmann für das ebenso dekorative wie komplizierte Verlegemuster zu finden. Doch für ihren Garten in einer Wohnsiedlung hoch über Konz scheuen die beiden keine Mühen. Gärten in der Region

Man muss sich nur die üppig bepflanzten Hängekörbe (Hanging Baskets) ansehen. Wer ist hier der Headgardener, zu deutsch der Obergärtner, liegt einem auf der Zunge. Spricht man\'s aus, antworten die Lebenspartner einstimmig: "Winfried." "Mittlerweile sogar gelernter Gärtner", fügt der 50-Jährige hinzu: Vor fünf Jahren fing der diplomierte Elektroingenieur eine Gärtnerlehre an. "Das war immer in mir drin", meint der bis dahin im Ingenieurswesen arbeitende Baulig. Dank der Unterstützung seines Lebenspartners sei es möglich gewesen, das Hobby zum Beruf zu machen. Seitdem arbeitet er in Teilzeit bei einem Trierer Gartencenter und den Rest in den eigenen vier grünen Wänden.Die setzen sich zusammen aus einer Oase um zwei kleine Teiche mit dschungelartiger Bepflanzung, Staudenbeeten und Ramblerrosen, die in alte Obstbäume wachsen, sowie einem Gewächshaus voll Zitrusfrüchten. Ein Rasen, der das Prädikat englisch mehr als verdient, glänzt in satt- und lackgrünen Streifen. "Der Trick ist der spezielle Rasenmäher", erklären die beiden, ein Sichelrasenmäher mit schwerer Rolle, der auch aus dem englischen Königreich stammt. Das Wichtigste sei das Rasenkantenstechen, sagt Winfried Baulig und holt den original englischen Rasenkantenstecher hervor. Das technische Denken des Ingenieur-Gärtners kommt auch den mediterranen Gewächsen zugute. Für die mannshohen Oleander hat er ein Überwinterungsdomizil entworfen. "Auf der Hälfte der Terrasse baue ich Ende Oktober mit Konstruktionsholz und Doppelstegplatten ein Anlehngewächshaus auf", erklärt der Praktiker. "Vorne mit Tür, hinten mit einer Klappe zum Lüften. Dort bleiben die Oleander bis Mitte Mai, bekommen Wasser und Dünger. Türen zu, dann blühen sie bereits, wenn man sie nach den letzten Frösten ins Freie entlässt." Technisches Know-how ist die eine Voraussetzung für pflanzliches Gedeihen. Das andere sei ein Verständnis für die Pflanzen, meint der Mann mit dem grünen Daumen. "Wie eine Pflanze tickt, das habe ich erst mit der Gärtnerlehre gelernt." Die Anregungen zur Gestaltung holen sich der Westerwälder und der Südpfälzer auf ihren Reisen in die Toskana und nach England. Das Programm für die nächste Gartentour hat Bernhard Dübon, von Beruf Informatiker, schon ausgetüftelt. Der Garten nimmt zur Hauptrosenblüte im Juni am jährlich stattfindenden Programm "Das offene Gartentor" teil. Interessierte erfahren die aktuellen Termine beim Initiator, dem Landesverband Saar-Mosel der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, im Internet unter dggl.org/landesverbaende/saar_mosel/saar_mosel_gartentor.htmlFamilien aufgepasst: Der Volksfreund verlost fünf Familientickets für zwei Erwachsene und zwei Kinder/Jugendliche für die Buga 2011 in Koblenz. Machen Sie mit und gewinnen Sie! Einfach die Hotline 01379-370082 (50 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, abweichende Preise aus dem Mobilfunk möglich) anrufen, Namen, Anschrift und Buga als Lösungswort angeben. Die Hotline ist von Donnerstag, 14. Juli, 0 Uhr, bis Sonntag, 17. Juli, 24 Uhr, geschaltet. Teilnahme per E-Mail an: abo-extra@volksfreund.de. Nicht teilnahmeberechtigt sind Mitarbeiter und deren Angehörige der Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH und deren Gesellschaften. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. sc