Lebensfrohes Paar feiert Diamanthochzeit
Holzerath · Mehr als 60 Jahre lang gehen Benedikt (83) und Maria Mergens (80, geborene Willems) aus Holzerath nun schon ihren Lebensweg gemeinsam. Ihre allgemein aktive Teilnahme am Leben hat das Paar bis heute jung gehalten. Nun feierten sie gemeinsam mit vielen Gratulanten das Fest der diamantenen Hochzeit.
Holzerath. Beide stammen aus Holzerath. Dort haben sie sich auch kennen und lieben gelernt, bevor sie sich am 3. Februar 1954 beim Standesamt Ruwer und drei Tage später in der St. Matthias Pfarrkirche in Trier das Ja-Wort gaben.
Obwohl "eine standesamtliche Hochzeit vor 60 Jahren nur als kleine Verwaltungsübung mit zwei Mitarbeitern als Trauzeugen" galt, wie Verbandsgemeinde-Ruwer-Bürgermeister Bernhard Busch weiß, gratulierten er und Marlene Stühler von der Ortsgemeinde dem Diamantpaar persönlich. "Es ist eine besondere Leistung, so lange zusammen zu sein", sagte Busch. "Man muss immer wieder gemeinsam am Alltag arbeiten, um die Liebe zu erhalten. Wichtig ist aber auch, dass viele andere Menschen um einen herum sind, so wie heute hier bei Ihnen", meinte er.
"Wir sind immer noch fit."
Dass stets viele Menschen um sie herum waren und sind, verdanken die Eheleute ihrem aktiven Lebensstil. Während Benedikt Mergens viele Jahre lang jeden Freitag mit Freunden zum Schwimmen fuhr und den Sonntag stets zum gemeinsamen Wandern nutzte, spielt Maria Mergens bis heute regelmäßig in Gemeinschaft Karten. Außerdem turnt sie immer noch im örtlichen Sportverein (TuS), zu dessen Gründungsmitgliedern sie zählt. "Ich kann das gar nicht begreifen, dass wir schon 80 und 83 Jahre alt sein sollen", sagt die lebensfrohe Frau. "Wir sind ja immer noch fit und kümmern uns so weit um alles selbst. Der Garten ist unser gemeinsames Hobby. Der ist so groß, da haben wir bei gutem Wetter von morgens bis abends zu tun", sagt sie.
Weiter berichtet die Jubilarin von der Schulzeit in Schöndorf und davon, dass beide Eheleute bei der Schuhfabrik Romika in Gusterath-Tal gearbeitet haben. "Mein Mann war 45 Jahre lang als Schlosser dort tätig", sagt sie. "Dass er überhaupt in die Lehre gehen durfte, musste damals durch einen Obmann bestätigt werden. Der Krieg hatte ja alles zerstört, so dass er zum Schluss ohne Abschlusszeugnis da stand", erinnert sie sich.
"Ich selbst habe während des Kriegs Brombeerblätter für den Tee der Soldaten suchen müssen. Das Schreiben habe ich erst später gelernt - noch einmal ganz von vorne."
All das geriet aber zum Glück mit den Jahren, mit der Geburt von drei Kindern und sechs Enkeln, in den Hintergrund. "Wie wir es geschafft haben, 60 Jahre beieinander zu bleiben", fragt Maria Mergens. "Wir haben zusammen geschafft und zusammen gelebt, mein Mann hat immer seine Arbeit gemacht und ich meine. Man muss zusammen schaffen und zusammenhalten", sagt sie. anf