Lebenshilfe-Werke Trier feiern 50-jähriges Bestehen mit großer Party am 29. Juni 2019

Jubiläum : Trierer Lebenshilfe erwartet 3000 Festgäste

Die Trierer Werke mit 750 Mitarbeitern feiern 50-jähriges Bestehen und sind Ziel der Fairplay-Radtour durch die Region.

„Wir können das“, sagen die Mitarbeiter der Trierer Lebenshilfe-Werke selbstbewusst. Ging es dort anfangs um betreutes Arbeiten, stellen die Frauen und Männer mit geistiger Beeinträchigung heute vielfältige Produkte her, die zum Teil im Automobilbau verwendung finden.

„Eben weil wir es können“, sagt Martin Herz (41), seit anderthalb Jahren Geschäftsführer der Werkstätten in der Diedenhofener Straße im Trierer Stadtteil Euren. Nun will das Team am Samstag, 29. Juni, 11 bis 18 Uhr, zeigen, dass es auch feiern kann, am liebsten mit ganz vielen Gäste.

Anlass: ein rundes Jubiläum. Im Juni 1969 gründete der Trierer Lebenshilfe-Trägerverein die „Beschützende Werkstatt für geistig Behinderte“, wie sie anfangs hieß. 1979 wurde daraus die Lebenshilfe-Werkstatt gGmbH; als Mitgesellschafter kamen die Lebenshilfe-Vereine Bitburg und Trier-Saarburg dazu. 2009 verließen die Bitburger die Gesellschaft und schlossen sich den Westeifel-Werken an, die inzwischen ganz in ihrer Nähe in Hermesdorf ein Zweigstelle eröffnet hatten. Gleichzeitig änderte die Trierer Werkstatt ihren Namen in Lebenshilfe-Werke Trier GmbH.

Daraus ist ein stattliches Unternehmen geworden. Neben dem Stammwerk betreibt es seit 1988 die Betriebsstätte Hofgut Serrig, bekannt für natürliche Tierhaltung und Produkte aus hofeigener Schlachtung, die auch dienstags und freitags beim Trierer Wochenmarkt angeboten werden.

In Trier und Serrig sind 750 Menschen (davon 555 mit Beeinträchtigung) in mehr als 30 Bildungs- und Arbeitsbereichen beschäftigt. Der Jahresumsatz der Produktion beläuft sich auf mehr als vier Millionen Euro; 2,5 Millionen entfallen auf das Stammwerk.

Dienstälteste betreute Mitarbeiterin ist Christel Stein vom Hofgut Serrig. Sie bringt es auf 49 Lebenshilfe-Jahre und freut sich ganz besonders aufs Jubiläumsfest: Sie wird vom inklusiven Lebenshilfe-Medienteam in einer Talk-Runde vor Publikum interviewt. Lampenfieber? „Kein bisschen!“

Für die Organisationsleitung der sommerlichen Geburtstagsfete zeichnet ein „alter Bekannter“ verantwortlich: Ulrich Schwarz, Ende 2017 nach 23 Geschäftsführer-Jahren in Ruhestand gegangen. Dass er nun noch einmal ehrenamtlich mit von der Partie ist, sei Ehrensache für ihn, versichert der 66-Jährige. Er fühle sich dem Werke-Team weiterhin sehr verbunden und habe als Rentner „Zeit zum Organisieren“. Und Beziehungen. Denn nicht zuletzt der Bekanntschaft von Schwarz und Klaus Klaeren (61), Leiter sowohl der Europäischen Sportakademie Trier und auch der Fairplay-Radtour, ist es zu verdanken, dass die internationale Benefiz-Radtour (Start an diesem Freitag in Polch, Kreis Mayen-Koblenz) nach acht Etappen durch die Großregion diesmal auf dem Lebenshilfe-Werke-Gelände endet.

Die 300 jungen Radfahrer und ihre 20 Begleiter – laut Kaeren ein „alles in allem zwei Kilometer langer Tross“ – werden gegen 15 Uhr mit Trommelwirbel der Serriger Percussion-Combos empfangen.

Insgesamt rechnen die Veranstalter mit mehr als 3000 Besuchern. Eine von ihnen ist Triers Bürgermeisterin Elvira Garbes: „Ich bin zwar Mitglied des Verwaltungsrates der Lebenshilfe-Werke, aber ich würde auch privat kommen. Es imponiert mir zutiefst, wie hier Inklusion gelebt wird. Es ist eine große Familie.“

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