Leere Häuser, Müll und Steinschlag am Ortseingang Trier-West

Stadtbild : Trierer Ortseingang an der B 51: Leere Häuser, Müll und Steinschlag

Der Trierer Ortseingang an der Bitburger Straße (B 51) ist alles andere als einladend. Die Stadt plant dort zwar kleinere Maßnahmen, das größte Problem sind allerdings die Häuser und Grundstücke in privatem Besitz.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. So könnte man es auch am Trierer Ortseingang an der Bitburger Straße sehen. Doch zwangsläufig fallen hier einige Dinge auf, die fernab der Geschmacksfrage verbessert werden könnten. Wer die Bitburger Straße herunterfährt, dem bietet sich ein durchaus attraktiver, weiter Blick über die älteste Stadt Deutschlands – eigentlich.

Was den ankommenden Autofahrern allerdings oft nicht entgehen dürfte, sind zum Beispiel die offenbar teilweise leerstehenden Häuser am Rand der Straße. Etliche Rollläden sind dauerhaft heruntergelassen, es bilden sich kleine Laubberge neben den Gebäuden und an den Haustüren.

Die Stadt Trier teilt auf TV-Anfrage zum Erscheinungsbild mit: „Der Ortseingang in Pallien entlang der Bitburger zwischen Hochschule und Kaiser-Wilhelm-Brücke ist vor allem geprägt von der sehr stark befahrenen Bundesstraße. Einige Häuser dort sind in schlechtem Zustand.“

Foto: Marlene Bucher

Links neben einem Haus liegen Tüten voller Müll, die bereits halb unter Laub verschwunden sind. Eine Tür an dem Gebäude ist mit einer Spanplatte versperrt, daran hängt ein Schild: „Betreten der Baustelle verboten“. Davor liegen Berge von Bauschutt. Eine Satellitenschüssel an einem Haus weiter oben ist komplett verrostet, so dass sie ein kräftiges Braun erreicht hat.

Foto: Marlene Bucher

Kurz hinter der Napoleonsbrücke, über die die letzte Kurve vor der Ampel führt, steht am roten Felsen einsam ein blaues Dixi-Toilettenhäuschen. Gegenüber, am Aussichtspunkt zwischen Hochschule und Kaiser-Wilhelm-Brücke, sind seit 2014 die Wappen der  Trierer Partnerstädte abgebildet. Immerhin: ein farblicher Akzent.

Foto: Marlene Bucher

Doch auch hier sieht man auf den zweiten Blick: Der untere Teil der Wappen hat einen deutlichen schwarzen Rand. Die restliche Mauer ist zur Hälfte mit Schmutz bedeckt, in den bereits jemand Strichmuster gemalt hat. Die Bilder von bekannten Gebäuden, wie zum Beispiel der Porta Nigra, die an die Mauer zwischen Aussichtspunkt und Ampel gemalt wurden, sehen dagegen etwas gepflegter aus.

Foto: Marlene Bucher

Seitens der Stadt heißt es, eine separate Unterhaltung der Graffiti an der Bitburger Straße sei nicht vorgesehen. Aber: „Möglich ist eine Aufarbeitung der Flächen, da wir zurzeit mit dem Künstler noch an anderer Stelle zusammenarbeiten.“

Neben den Müllhaufen bei den Häusern hat ebenfalls jemand eine Wand besprüht, zu sehen ist dort ein riesiger Briefumschlag. Die Farbe blättert an einigen Stellen bereits wieder ab. Daneben sieht man den Zugang zum Reverchonweg, ein kleiner Weg, der unterhalb der Villa Reverchon zur Römerstraße führt. Der Weg ist durch einen Zaun und ein Schild gesperrt, das Fußgängern den Zutritt verbietet.

Die Stadt erklärt dazu, dass der Weg aufgrund „zweier sehr massiver Steinschläge aus einem privaten Grundstück“ gesperrt werden musste. Weiter heißt es: „Beginnend ab Februar 2019 wird der Fels dort in größerem Umfang gesichert. Um weitere Steinschläge zu verhindern und den Weg wieder für Fußgänger sicher zu machen, werden dort größere Felssicherungsmaßnahmen im Einmündungsbereich Bitburger Straße/Reverchonweg durchgeführt.“ Nach Abschluss der Arbeiten werde der Weg außerdem kleinflächig saniert und anschließend wieder freigegeben.

Wer auf der Bitburger Straße in Richtung Kaiser-Wilhelm-Brücke fährt, sieht außerdem kurz vor und kurz nach der Kurve zunächst Werbung. Davor hängt eine Reihe von Werbebannern, dahinter prangt an einer weißen Hauswand der Schriftzug einer Bierwerbung. Die Wand gehört zum Peter-Caesar-Haus (siehe Info), das vom Verein Starthilfe Trier betrieben wird. Die Vorderseite des Hauses, also zur Straße hin, ist dunkelbraun.

Torben Seeger, Geschäftsführer der Starthilfe Trier, sagt: „Die weiße Hausseite mit der Werbung sieht schon so aus, seitdem ich bei der Starthilfe bin, also schon seit rund acht Jahren. Wir haben vor zwei Jahren die Frontseite so gestalten lassen, wie sie aktuell aussieht. Aber wir haben jetzt gerade auch wieder ein Angebot vom Maler vorliegen, das an Ostern umgesetzt wird.“

Horst Erasmy, Ortsvorsteher des Stadtteils Trier-West/Pallien, ist nicht begeistert vom Erscheinungsbild des Ortseingangs. „Schön sieht das wirklich überhaupt nicht aus. Aber viel mehr, als an die Eigentümer zu appellieren, können wir leider nicht tun“, sagt er. Erst kürzlich habe er persönlich einem Bauarbeiter, der an einem der Häuser beschäftigt war, nahegelegt, den herumliegenden Bauschutt zu beseitigen. Erasmy ergänzt: „Die Mauer mit Triers Sehenswürdigkeiten gefällt mir ja schon mal gut. Mir würde es aber fast am besten gefallen, wenn man diese eher nicht so schönen Häuser abreißen lässt und dann dort etwas hinstellt oder gestaltet, was einladender aussieht.“

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