Legionellen: Zwei Erkrankte im Trierer Hafen, Gesundheitsamt findet keine Ursache

Kostenpflichtiger Inhalt: Gefährliche Bakterien : Zwei Erkrankte im Trierer Hafen, Gesundheitsamt findet keine Ursache

Fieber, Schüttelfrost, Lungenentzündungen und Verwirrtheit können Symptome einer Legionellen-Erkrankung sein. Weil die Krankheit so gefährlich ist, muss sie den Gesundheitsbehörden gemeldet werden. In Trier gab es nun zwei Fälle gleichzeitig. Das Gesundheitsamt hat die Arbeitsplätze der Erkrankten akribisch untersucht.

Eine Frau und ein Mann, die bei zwei unterschiedlichen Firmen im Trierer Hafen arbeiten, sind Anfang August an Legionellen erkrankt. Das bestätigte das Trierer Gesundheitsamt am heutigen Dienstag auf volksfreund.de-Nachfrage.

Die im Wasser vorkommenden Bakterien können schwere Lungenentzündungen verursachen. Die Frau und der Mann wurden unabhängig voneinander in Trierer Krankenhäusern behandelt. Die beiden Kliniken informierten das Gesundheitsamt über die Legionellen-Befunde. Weil beide Patienten ihre Arbeitsplätze im Gewerbegebiet Trierer Hafen haben, vermutete das Gesundheitsamt dort die Quelle der Bakterienerkrankung.

„Wir haben daraufhin beide Betriebe akribisch überprüft“, bestätigt Harald Michels, Chef des Trierer Gesundheitsamts, auf TV-Nachfrage. Auch die Gewerbeaufsicht habe Untersuchungen veranlasst. Von allen Örtlichkeiten, bei denen Wassernebel in die Atemwege gelangen kann, wurden Proben analysiert – zum Beispiel in Duschen und Waschräumen. Ein Bakterienherd konnte dabei allerdings nicht festgestellt werden.

Einer der beiden Betriebe schreddert Altmetall. Die Schredderhaufen müssen anschließend beregnet werden, damit kein Schwermetall in die Atemluft gerät. „Auch diese Bewässerungsanlage haben wir untersucht – aber auch da nichts gefunden“, sagt Michels. Auf den Parkplätzen der Betriebe seien ebenfalls Luftproben genommen worden. Am heutigen Dienstag lag das Ergebnis der letzten Laboruntersuchung dazu dem Gesundheitsamt vor: ohne Befund.

Um zu kontrollieren, ob es in den beiden Arbeitsstätten oder anderen Betrieben des Trierer Hafens in der Vergangenheit bereits Auffälligkeiten gab, seien auch alle acht Legionelleninfektionen, die in den vergangenen zehn Jahre in Trier bekannt geworden sind, aufgerollt worden. „Bei keinem der Alt-Fälle gab es einen Bezug zum Trierer Hafen“, sagt Michels. „Wir wissen also nicht, wo und wie sich die beiden Erkrankten infiziert haben.

Möglicherweise ist es tatsächlich ein Zufall gewesen, dass die beiden Patienten gleichzeitig erkrankt sind und ihre Arbeitsplätze räumlich dicht beieinander liegen“, sagt Michels. Weitere Krankheitsfälle seien nicht bekannt. Die aktuellen Untersuchungen sind damit abgeschlossen.

Legionellen-Infektionen können laut Gesundheitsamt häufig im Urlaub entstehen, wenn etwa Duschanlagen in Hotels oder Whirlpools schlecht gewartet sind. Die beiden Erkrankten in Trier haben laut Gesundheitsamt in den vergangenen Wochen allerdings keine Urlaubsreisen unternommen.

Das Immunsystem gesunder Menschen kann Legionellen-Infektionen abwehren, die Krankheit verläuft dann unbemerkt und ohne Symptome. Bei geschwächten und älteren Menschen kann die Erkrankung allerdings einen schweren Verlauf nehmen und Husten, Schüttelfrost, Lungenentzündungen, Kopfschmerzen, schweres Krankheitsgefühl, hohes Fieber und auch Durchfall oder Verwirrtheitszustände auslösen.

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