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Lehrerin infiziert, Schule bleibt geöffnet

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona : Lehrerin infiziert, Trierer Schule bleibt geöffnet (Update)

Eine Lehrerin der Nelson Mandela Realschule plus ist positiv auf eine Infektion mit Covid-19 getestet worden. Eltern sorgen sich um ihre Kinder.

In der Nelson Mandela Realschule plus in Trier hat sich eine Lehrerin mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das hat die für das Gesundheitsamt in Trier zuständige Kreisverwaltung Trier-Saarburg bestätigt. Das Gesundheitsamt habe von dem positiven Testergebnis erfahren, so Pressesprecherin Martina Bosch, und die Lehrerin informiert. Der Frau gehe es den Umständen entsprechend gut. Sie habe bis Ende der vergangenen Woche in der Schule unterrichtet. Weil sich bei ihr Symptome gezeigt hätten, sei sie in dieser Woche getestet worden. Die Einrichtung wird nach Aussage der Kreisverwaltung nicht geschlossen.

Diese Entscheidung wurde von Eltern umgehend in den sozialen Netzwerken hinterfragt, nachdem sie am Donnerstag in einem Rundbrief von der Schule informiert worden waren. „Das ist ja wohl jetzt nicht wahr! Ganz einfach weitermachen?“ Patricia Müller ist entsetzt. Ihr Sohn besucht die Schule. „Was hier passiert, ist ein Widerspruch zu allem, was vorher zu Corona gesagt wurde. Es kann doch nicht sein, dass die Familien zunächst wochenlang eingepfercht werden, und dann so agiert wird.“ Ihre Sorge: „Wer versichert mir, dass keine Gefahr bestanden hat?“ Sie arbeite als Tagesmutter und könne bei einer Ansteckung eine potenzielle Gefahr für die von ihr betreuten Kinder werden. Ihre Forderung: „Es müssen die Schüler der unmittelbar betroffenen Klasse getestet werden.“

Weitere Eltern haben dem zugestimmt. Verunsicherung besteht auch deshalb, weil nicht bekannt gegeben wurde, welche Lehrerin sich angesteckt hat. Dadurch sei nicht bekannt, mit wem die Frau konkret in Kontakt gekommen sei.

Die Kreisverwaltung erklärt die Entscheidung gegen eine Schulschließung so: „Da die betroffene Lehrerin in der Schule alle Hygienemaßnahmen wie das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, das Beachten des Mindestabstandes und regelmäßiges Händewaschen korrekt eingehalten hat, sind das Lehrerkollegium sowie die Schülerinnen und Schüler, die in der vergangenen Woche anwesend waren, nach Einordnung des Robert-Koch-Institutes Kontaktpersonen der Kategorie II.“

Kategorie II bedeutet geringes Infektionsrisiko. Als Beispiel beschreibt das Institut auf seiner Homepage: Personen, die sich im selben Raum wie ein bestätigter Covid-19-Fall aufhielten, zum Beispiel ein Klassenzimmer oder Arbeitsplatz, jedoch keinen insgesamt mindestens 15-minütigen Gesichtskontakt („face-to-face“) mit dem Infizierten hatten.

Die Empfehlung an das Kollegium, die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern: „Sie sollen sich testen lassen, falls Symptome auftreten. Natürlich sollen sie in diesem Fall auch nicht mehr in die Schule kommen.“

Von der Nelson Mandela Realschule plus selbst war am Donnerstagnachmittag keine Stellungnahme zu erhalten. Auch auf der Homepage der Schule waren bis zum Abend keine Informationen zu dem Infektionsfall zu finden.

Nach Angaben der Stadtverwaltung Trier haben sich in der vergangenen Woche insgesamt 77 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 9 und 10 in der Trierer Schule aufgehalten. Die betroffene Lehrerin hat in der vergangenen Woche 28 Jugendliche unterrichtet. Diese Schülerinnen und Schüler und ihre Familien seien nun über den Infektionsfall informiert worden. Außerdem seien die Lehrkräfte, die Schulsozialarbeiter und die Bediensteten im Schulsekretariat – insgesamt 34 Personen – durch die Schulleitung auf den Fall hingewiesen und sensibilisiert worden.

Auch die Stadt Trier als Schulträger sowie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion als Schulaufsichtsbehörde seien informiert worden.

In Großlittgen (Kreis Bernkastel-Wittlich) waren nach positiven Tests sowohl die Grundschule wie auch der Not-Kindergarten geschlossen worden (TV vom 12. Mai). Neun Erzieherinnen und elf Kinder befinden sich seitdem in Quarantäne. In beiden Einrichtungen war bei jeweils einem Kind eine Virus-Infektion festgestellt worden. Auch dort fordern Eltern Massentests.