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Leibniz-Preisträger Raphael nutzt Preisgeld für Forschung

Leibniz-Preisträger Raphael nutzt Preisgeld für Forschung

Am heutigen Dienstag nimmt der Trierer Historiker Lutz Raphael den Leibniz-Preis entgegen. Mit dem Preisgeld von 2,5 Millionen Euro will er neue Projekte finanzieren.


Der Trierer Historiker Lutz Raphael, der an diesem Dienstag (19. März) mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet wird, nutzt das Preisgeld von 2,5 Millionen Euro für die Forschung. „Der Preis ist eine Gelegenheit, Projekte umzusetzen, die sonst schwer zu organisieren gewesen wären“, sagte der Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Trier der Nachrichtenagentur dpa.

Der 57-Jährige will mit einer Forschergruppe die Historie der modernen Geschichtswissenschaft in den Blick nehmen, die jüngste Vorgeschichte der Gegenwart weiter studieren und eine neue Professur am Lehrstuhl einrichten.

Der Leibniz-Preis gilt als wichtigster Forschungsförderpreis in Deutschland. Raphael hat laut Deutscher Forschungsgemeinschaft (DFG) mit seinen Arbeiten den Blick auf die jüngste Zeitgeschichte Europas und deren Deutungen maßgeblich verändert. Zeitgeschichte ist für ihn nicht Nationalgeschichte, sondern europäische Geschichte. Als geschäftsführender Leiter des Forschungszentrums „Europa - Strukturen langer Dauer und Gegenwartsprobleme“ an der Uni Trier bündelt er kultur- und sozialwissenschaftliche Projekte, die sich mit der Geschichte und Gegenwart Europas beschäftigen.

Die Ehrung hat den gebürtigen Essener überrascht: „Ich war sprachlos und habe mich einfach nur riesig gefreut, denn ich habe von meinem Glück nichts geahnt“, sagte er. Die DFG zeichnet 2013 elf Forscher mit dem Leibniz-Preis aus. Neun erhalten je ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro, zwei Wissenschaftler teilen sich diese Summe. Raphael - seit 1996 an der Trierer Uni - wird den Preis in Berlin in Empfang nehmen. Der Ehrung wird seit 1986 vergeben.