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Leidenschaft für Küche und Kicker

Leidenschaft für Küche und Kicker

TRIER-OLEWIG. Ein langes Leben liegt hinter Gertrud Engel, und sie hat sicher noch viel vor sich. Denn in den acht Jahren, die sie in Olewig im Haus ihrer Nichte lebt, war sie nicht krank. "Ich hatte noch nicht einmal eine Erkältung", sagt die rüstige Frau, die ihren 102. Geburtstag feierte.

Bereits die dritte Urkunde mit Glückwünschen des Stadtvorstandes und des Rates überreichte Oberbürgermeister Helmut Schröer Gertrud Engel. "Ich habe alle Urkunden in meinem Zimmer aufgehängt", sagt sie. Die Gratulanten, OB Schröer und Ortsvorsteherin Hannelore Komes, empfing Gertrud Engel zunächst in der Küche. Hier verbringt sie jeden Tag viel Zeit, denn sie hilft ihrer Nichte Anne Bratke noch täglich beim Kochen. Vom Oderbruch über Lübeck nach Trier

Die hauswirtschaftliche Arbeit beherrscht die 102-Jährige aus dem Effeff, erlernte sie sie doch schon vor 87 Jahren als 15-Jährige im Haus ihrer Tante. Eigentlich stammt sie aus dem Oderbruch, ging aber zunächst nach Berlin und versorgte dort die Haushalte verschiedener Familien. In Lübeck, wo ihre Mutter lebte, lernte sie ihren Mann Rudolf kennen, heiratete ihn 1957 und verbrachte 30 gemeinsame Jahre mit ihm. Vor acht Jahren siedelte Gertrud Engel von Bad Schwartau nach Trier um und fühlt sich seither an der Mosel wohl und heimisch. "Alle zwei Tage eine kleine Flasche Sekt trinken, das ist gut fürs Herz", zitiert sie den Rat eines Arztes, der zuzutreffen und für ein langes Leben zu garantieren scheint. Gertrud Engel liest gerne Zeitungen und Zeitschriften und findet Entspannung beim Ausfüllen von Kreuzworträtseln. Aber die 102-Jährige hat noch eine weitere Passion: den Fußball. Während der Weltmeisterschaft hat sie die meisten Spiele im Fernsehen verfolgt, mit der Deutschland-Fahne und Socken in Nationalfarben die deutschen Kicker vom Sofa aus unterstützt. "Na klar, das gehört dazu", sagt sie lächelnd und freut sich auf die nächsten Auftritte der Nationalelf.