Leinen los!

Die Freiheiten, die Wilhelm Jungen bisher vor den Gerichten für Hund und Halter erstritten hat, sind praxisgerecht. Ihm ist es zu verdanken, dass ein genereller Leinenzwang, wie er in der Verbandsgemeinde Trier-Land bestanden hat und wohl nur den Horrorvorstellungen von Bürokraten-Hirnen als Folge der Kampfhunde-Diskussion entspringen konnte, abgeschafft wurde.

Auch seine jüngste "Errungenschaft", dass nämlich Hunde im Außenbereich nicht vor jedem schlecht einsehbaren Winkel angeleint werden müssen, ist begrüßenswert. Einmal abgesehen davon, dass sich ohnehin kaum ein Hundebesitzer an die alte Regelung gehalten hat, ist sie unsinnig - eine dauernde An- und Ablein-Tortur für Mensch und Tier macht doch kein erholsames Gassigehen mehr möglich. So weit, so gut. Die darüber hinausgehenden Forderungen von Jungen, etwa auf Auslaufkarten exakt jene Bereiche festzulegen, wo Leinenzwang besteht und wo nicht, ist zu aufwändig und realitätsfern. Kommunen müssen sich durch Verordnungen rechtlich absichern, das steht außer Frage. Doch in der Praxis zählt letztlich der gesunde Menschenverstand. Verantwortungsvolle Hundehalter wissen genau, wann die Leine angebracht ist und wann nicht. a.follmann@volksfreund.de