Lernen im Grünen
Der Sommer kann kommen. Denn die Kinder der Grundschule Mariahof können in wenigen Wochen den Unterricht ins Freie verlegen. Am Sportplatz entsteht ein grünes Klassenzimmer, das auch bei Freizeitvergnügen und Sportstunde Schutz gegen Sonne und Regen bietet.
Trier-Mariahof. Viele Verbesserungen hat der Förderverein bereits für die Grundschule Mariahof umgesetzt. Wege, Sport- und Spielgeräte saniert, eine Leseecke in der Bücherei eingerichtet und alle Schulräume gestrichen. Aber dem Engagement sind Grenzen gesetzt. "Ein grünes Klassenzimmer hätte schon vor 20 Jahren gebaut werden können. So lange wird das nämlich schon im Förderverein diskutiert", sagt Harald Bunk, Vorsitzender des Fördervereins. Allein die finanziellen Möglichkeiten haben dafür nie gelangt.Rainer Philipp gab den Anstoß
Dass die rund 20 Eltern und Kinder nun seit einigen Wochen die Ärmel hochkrempeln, bauen, hämmern und streichen, ist durch Initiative von Rainer Philipp entstanden. Seine Kinder besuchen die Grundschule, und er ist Mitglied im Förderverein. Außerdem ist er Mitarbeiter beim Energieversorger RWE Rhein-Ruhr. Sein Arbeitgeber hat die Aktion "Aktiv vor Ort - Mitarbeiter für Mitmenschen" ins Leben gerufen, mit der Angestellte in Führungspositionen bei ihrem ehrenamtlichen Engagement in ihren Heimatgemeinden unterstützt werden.Über 300 Projekte wurden in der Region bereits realisiert. In Trier ist die Grundschule Mariahof bislang erster Nutznießer der Aktion. Voraussetzung: Das Vorhaben sollte einen sozialen oder ökologischen Nutzen haben, der Mitarbeiter muss selbst die Ärmel hochkrempeln und als Projektleiter mitarbeiten, erhält dafür einen freien Tag. Und das Projekt wird mit 2000 Euro gefördert. Als lokalen Kooperationspartner hat Philipp in Trier die Stadtwerke gewinnen können, die das Vorhaben mit Sachleistungen unterstützen. Auch andere Firmen haben sich zur Mithilfe bereit erklärt."Den Unterricht ins Freie zu verlegen, ermöglicht ein anderes Arbeiten", sagt Schulleiter Norbert Feichtner. Der neue Klassenraum soll aber auch zu Lesenächten einladen, bei Sportveranstaltungen als Aufenthaltsort dienen und von den Kindern genutzt werden, die an zwei Tagen pro Woche von Eltern beaufsichtigt auf dem Sportplatz spielen dürfen. "Naturkunde kann man hier bestimmt toll lernen. Sonst ist es hier sehr heiß, und wir haben Schatten unter den Büschen gesucht. Und es standen nur ein paar Bänke rum", sagt Sara Hammes (8). Mit den anderen Kindern hat sie den Erwachsenen bei der Arbeit geholfen. Aber auch viel gespielt. Denn "ich bin gerne in der Natur", sagt Carolin Philipp (8).