Leserbrief Antikriegstag in Trier: Abrüsten statt Aufrüsten ist notwendig

Ihre Meinung : Abrüsten statt aufrüsten ist notwendig

Rüstung

Zum Bericht „Demonstranten in Trier fordern Abrüstung“ (TV vom 6. September):

Wenn der TV auch von der Antikriegsdemonstration am 1. September berichtete, also genau 80 Jahre, nachdem Nazi-Deutschland den Zweiten Weltkrieg begann, so ist das Thema auch aufgrund seiner Aktualität einen Leserbrief wert, geht es doch hier um eine Überlebensfrage der Menschheit. Die Doomsday clock (wörtlich übersetzt „Uhr des Jüngsten Gerichts“, auch „Atomkriegsuhr“ genannt) steht wieder auf zwei Minuten vor zwölf, so nah an der Katastrophe wie 1953, als die USA und die Sowjetunion  Wasserstoffbomben testeten.

Die drei großen Herausforderungen unserer Zeit sind: 1. die Ausdehnung der Schere zwischen arm und reich, in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt; 2.der Klimawandel und 3. die weltweite Aufrüstung. Diese Herausforderungen müssen zusammen angegangen werden.

Schließlich sterben nach Unicef-Angaben immer noch jährlich 5,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren, gleichzeitig werden laut SIPRI  (Stockholm International Peace Research Institute) für Rüstung jährlich 1822 Milliarden Dollar ausgegeben, alleine 650 Milliarden durch die USA, in Russland 61,4 Milliarden. In Deutschland sind es 49,5 Milliarden. Unsere Verteidigungsministerin und CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer strebt zum Gefallen des irrwitzigen US-Präsidenten Trump sogar eine dramatische Erhöhung auf 2 Prozent des Bruttosozialprodukts an.

Sinnvoller wäre es, die USA aufzufordern, ihre Rüstungsausgaben auf maximal 2 Prozent zu senken! Für zivile Konfliktbearbeitung, Abrüstung und Rüstungskontrolle stehen im Bundeshaushalt lediglich 5,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Dabei trägt zivile Konfliktbearbeitung zu unserer Sicherheit entschieden mehr bei als Rüstung, denn Rüstung führt immer zum Krieg.

Rüstungskonversion ist notwendig. Rüstungsproduktion und Waffenexporte sind ein schmutziges Geschäft, getrieben von Skrupellosigkeit und der Profitgier der Aktionäre. Waffenexporte sind eine wesentliche Ursache von Krieg, Elend und Flucht.

Ein Verzicht auf Rüstungsproduktion in Deutschland wäre ökonomisch leicht verkraftbar; wegfallende Arbeitsplätze könnten durch sinnvolle Tätigkeiten etwa bei Pflege, Rente, Bildung, Digitalisierung und Klimaschutz geschaffen werden.

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