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Leserbrief Blitzer in Trier: Regional einkaufen – Aufschlag inklusive

Ihre Meinung : Sozial, regional und fair einkaufen – Aufschlag inklusive

Verkehr

Zu den TV-Berichten über Geschwindigkeitskontrollen und Parkknöllchen im Trierer Stadtgebiet:

Die Corona-Krise hat uns alle geschwächt. Sensibilisiert. Rücksicht soll man nehmen, soziales Verhalten verstärkt aufleben lassen. Die Stadt Trier hat sich dies wohl besonders zu Herzen genommen. Es reicht offenbar nicht aus, dass man an allen Ecken und Enden geblitzt wird. Der Trend geht zu noch kleineren Blitzgeräten in der Größe eines Fotoapparates. Diese lässt unsere Stadt früh am Freitagmorgen passend zur Marktzeit auf dem Viehmarkt an den Bäumen in der Neustraße vor dem Angela-Merici-Gymnasium aufbauen – besser gesagt, verstecken.

Die Neustraße ist eine verkehrsberuhigte Straße, und eine Geschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde sind erlaubt. Wenn man nun mit Tempo 22 durch die Straße fährt, verbleiben nach Abzug der Toleranz neun Kilometern pro Stunde zu viel, dies bedeutet 30 Euro Bußgeld. Nicht auzumalen wäre es, wenn man mit 34 Kilometern pro Stunde geblitzt worden wäre. Dies wäre dank des neuen Bußgeldkatalogs eine Überschreitung von 21 Kilometern pro Stunde gewesen und hätte Bußgeld, einen Punkt in Flensburg und einen Monat Führerscheinentzug bedeutet.

Nun kann man sagen: „Das weiß man doch, einfach daran halten.“ Die Verantwortlichen der Stadt Trier sollten mal morgens durch die Neustraße im gefühlten Schritttempo fahren und sich mit 22 Kilometern pro Stunde ablichten lassen.

Was wollte ich eigentlich auf dem Markt? Regional einkaufen. Die Händler und Bauern vor Ort unterstützen. Nicht schnell zu Aldi, Lidl oder Kaufland, wo das Parken auch inkludiert wäre. Nein, regional einkaufen. Sozial sein. Auf dem Markt angekommen war bereits ein Ordnungsamt-Zweigespann, um fleißig Knöllchen rund um den Marktplatz zu verteilen.

Mir ist bewusst, dass es ein Parkhaus unterhalb der Viehmarkthermen gibt. Ein Denkansatz wäre hier ein kostenfreies Parken in den ersten 30 Minuten während der Marktzeiten. Ja, 80 Cent sind nicht viel. Das wären die Kosten innerhalb der ersten 30 Minuten.

Aber wäre es nicht schöner, wenn die Stadt ein Zeichen setzen und nicht verstärkt das Ordnungsamt auffahren, sondern Entgegenkommen zeigen und  kostenloses Parken an diesen Tagen für 30 Minuten anbieten würde?

So könnte man vor der Arbeit entspannt ein Brot und frisches Gemüse kaufen. Ohne Aufschlag. Sozial, regional und fair.

Miriam Naunheim, Trier