Leserbrief: Die DDR war ein Unrechtsstaat

Ihre Meinung : Die DDR war ein Unrechtsstaat

Geschichte

Zum Artikel „Zivilcourage hat ihm nie gefehlt“ (TV vom 19./20. Oktober 2019) über eine Veranstaltung zum Thema „Demokratie in Gefahr!?“ in Schweich, bei der Karl-Heinz Richter von seiner misslungenen Flucht aus der ehemaligen DDR erzählte:

Es ist mehr als gut so, dass es Menschen wie Karl-Heinz Richter gibt, die nicht nur versucht haben, den „Eisernen Vorhang“ zu durchbrechen, sondern sich auch den Mund nicht haben verbieten lassen. Es gab Erlebnisse, von denen heute noch DDR-Opfer traumatisiert sind, alles verdrängen und nicht darüber sprechen.

Ebenso gut ist, dass Karl-Heinz Richter Verharmlosungen dieses zweiten Diktaturstaates „einfach nur anwidern“. Ich erinnere mich an Wolfgang Welsch, den „Staatsfeind Nummer eins“, der mehrere Mordanschläge der Stasi überlebt hat. Die DDR war ein Unrechtsstaat, ganz und gar! Sie war ein Staat, in dem es auch Parallelen zur NS-Zeit mit ihren Methoden gab. Dessen voller Überzeugung bin ich als Westdeutscher. Die Art, wie in der DDR „regiert“ wurde, die Haftbedingungen der Inhaftierten und zuletzt die Vollstreckung der Todesstrafe bis in die späten 80er Jahre hinein.

Es wird immer nur von dem gesprochen, was vor rund einem Dreivierteljahrhundert war und wie sehr Deutschland davon bis in alle Ewigkeit gebrandmarkt ist und das man „nicht vergessen darf“. Mal ganz abgesehen davon, dass diese Schrecken, vererbt durch unsere Vorfahren, bis heute noch nachwirken, aber das wird in keiner Politikerrede angesprochen. Aber was Deutsche mit Deutschen gemacht und was für Methoden diese innerhalb dessen angewandt haben, darüber spricht niemand. Dies ist der nächste geschichtliche Punkt, den es aufzuarbeiten und den jüngeren und folgenden Generationen zu vermitteln gilt.

In meinem direkten Angehörigenkreis hat man einmal zu mir gesagt „Honecker war der ,kleine Hitler’.“ Und das stimmt. Viele Menschen sind der Meinung, dass Erich Honecker für die Toten an der Grenze und andere Dinge Verantwortung getragen hat.

Jonas Fuhrmann, Trier