Leserbrief: Energiewende

Zum Artikel über Bürgerbeschwerden gegen die Windkraftplanung rund um die Gemeinde Fell-Fastrau erhielten wir dieses Leserecho:

Vielen Dank für den informativen Artikel. In der heutigen Zeit sind Windkraft-Projekte sehr umstritten. Zu leicht werden die Argumente "Ausstieg aus der Atomenergie" und "Geld für die Gemeinde" zu Totschlagargumenten, die jede Diskussion im Keim ersticken sollen. Wohlgemerkt, ich bin kein Gegner regenerativer Energien, aber die Situation in Fell stellt sich für mich so dar, dass ich durchaus Verständnis für die Gegner habe. Die Gemeinde Fell-Fastrau ist schon heute von drei Seiten "eingekesselt": Von der Autobahnbrücke, der Mülldeponie des Zweckverbandes und dem Windpark Waldrach. Auf der anderen Seite sollen dann noch die geplanten Standorte der Windparks Fell und Riol hinzukommen. So betrachtet habe ich für die Feller Bürger schon einiges an Verständnis. Die Belastungen durch Autobahn (Lärm, die Durchgangsstraße kann nicht verkehrsberuhigt werden, da Ausweichstrecke der Autobahn), Mülldeponie (Geruchsbelästigung) und Windpark (Lärm, Landschaftsbild) sind auch heute schon ernorm. Da kann die Frage durchaus erlaubt sein, ob das Maß des Zumutbaren nicht schon voll ist? Natürlich brauchen wir regenerative Energie, aber nicht um jeden Preis. Und das Argument, dass die Gemeinde finanziell auf diese Projekte angewiesen sei, müsste begründet werden. Bei der letzten Bürgerversammlung wurde die Frage gestellt (Zitat): "Jetzt mal Butter bei die Fische. Wie viel verdient die Gemeinde an dem Windpark?"`Die Antwort von Ortsbürgermeister Rony Sebastiani: "Das kann man in diesem Rahmen so jetzt nicht beantworten." Dies spricht für mich Bände. Mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl im Umgang würde die Umsetzung solcher Projekte weniger Wunden hinterlassen.
Roland Schmitt, Fell