Leserbrief: Mehr Sammeltonnen für Biomüll in Trier aufstellen

Ihre Meinung : Mehr Sammeltonnen für Biomüll aufstellen

Abfallgebühren

Zum Artikel „Entscheidung über Müllgebühren fällt später“ (TV vom 26. Juli) über die Pläne des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Trier (ART):

In dem umfangreichen Artikel ist mit keiner Silbe die kostenlose Bio­tonne erwähnt. Wie läuft es damit weiter? Gibt es eine Tonne für jeden Haushalt, oder wird das derzeitige Prozedere als Versuchsobjekt vorläufig so weitergehen?

Derzeit kann sich jeder eine kleine Biotonne, als Starterset beim ART kostenlos erhältlich, besorgen und diese an den wenigen Sammelstellen entleeren. Ich weiß nicht, wie gut dieses Angebot angenommen wird. In unserer Wohnliegenschaft mit acht Parteien nutzen lediglich zwei Familien die Biotonne. Man muss einen grünen Daumen haben, um 500 Meter bis zur Bio-Sammeltonne zu gehen. Sie steht in „unbewohntem“ Gebiet (in der Nähe befinden sich Schulen und Altersheime). Welche Absicht steckt dahinter? Will man die kleine Biotonne gar nicht (sie bringt ja keine zusätzlichen Einnahmen!), und stellt man daher die Sammeltonne an Stellen mit wenig Wohnungen, damit keine Resonanz entsteht? Dann hätte man zumindest ein Alibi, eine grüne Tonne einzuführen.

Nur 50 Meter von meiner Wohnung entfernt könnte man auf einem breiten Bürgersteig neben einem Telefonverteilerkasten eine Biosammeltonne aufstellen. Und es gibt in Trier „Millionen“ Stellen, wo dies in Wohngebieten auf öffentlichen Flächen möglich wäre. Die Biosammeltonne stinkt nicht und macht auch keinen Lärm.

Ich kann nur jedem empfehlen, die kleine Biotonne zu nutzen. Pro Woche spare ich bei einem Zwei-Personenhaushalt mindestens 10 Liter Restmüll, in zwei Wochen 20  Liter. Bei acht Wohneinheiten kämen 160 Liter zusammen, so dass eine Restmüll-Tonne eingespart werden könnte.

Erst wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, wird gehandelt. Dann hilft es tatsächlich nur, wenn die Gebühren für Restmüll drastisch erhöht werden und es die kleine Biotonne weiterhin kostenlos gibt, dafür an vielen Stellen in Wohngebieten Biosammeltonnen aufgestellt sind. Die Abfuhr und Verwertung der Biosammeltonnen könnte dann mit der erhöhten Gebühr für Restmüll finanziert werden.

Anders ist es, wenn man eine kostenpflichtige Biotonne einführen würde: Dann besteht überhaupt kein Anreiz mehr zu sparen und zu trennen, da es keinen finanziellen Vorteil mehr gibt.

Gisbert Dietz, Trier

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