Leserbrief Nordbad Trier: Es gibt viel sinnvollere Maßnahmen zum Klimaschutz

Ihre Meinung : Es gibt für die Stadt und jeden einzelnen viel sinnvollere Maßnahmen zum Klimaschutz

Schwimmbad

Zum Bericht „Ab ins warme Nass! Und das Klima?“ und Kommentar „Ohne Verzicht bleibt’s bloß Gerede“ (TV vom 30. April/1. Mai):

Schon den ganzen Winter über freue ich mich auf die Eröffnung der Freibäder. So wie mir geht es vielen anderen Schwimmern auch. Jeder weiß, dass Schwimmen eine der gesündesten Sportarten ist. Leider ist es keine Alternative, das Trierer Hallenbad zu besuchen. Die zu warme Luft, der unangenehme Geruch und das Wasser tragen nicht dazu bei, dass Freibadbesucher gerne ins Hallenbad gehen

Ich besuche seit Jahren das Trierer Hallenbad nicht mehr, da ich trotz Schwimmbrille immer mit entzündeten Augen aus dem Bad kam. Das kann nicht gesund sein. Hätte Trier ein attraktiveres Hallenbad wie man sie beispielsweise in Luxemburg oder in Freiburg findet, zudem mit einem 50-Meter-Becken, würde ein Besuch vielleicht auch Freibadschwimmer locken.

Natürlich sollten wir an den Klimaschutz denken. Aber da gibt es für die Stadt und jeden einzelnen von uns viel sinnvollere Maßnahmen. Fangen wir bei den Rauchern an (Quelle: Florian Rötzer, Weltgesundheitsorganisation, 2018). Für eine Zigarette werden 3,7 Liter Wasser und an fossilen Treibstoffen 3,5 Gramm Öläquivalent verbraucht, zur Klimaerwärmung tragen 14 Gramm CO2-Äquivalent bei. Das Trocknen der Tabakblätter ist energieintensiv, meist wird dazu Kohle oder Holz verbrannt. Ein Raucher, der 50 Jahre lang täglich 20 Zigaretten raucht, soll für den Verbrauch von 1,4 Millionen Liter Wasser verantwortlich sein.

Folgen sind: Verstärkung der Klimaerwärmung durch Energie- und Treibstoffverbrauch, Verbrauch von Wasser und Boden und Versauung der Umwelt. Der globale Anbau erfordert erhebliche Landnutzung, Wasserverbrauch, Pestizide und Arbeitskraft - alles begrenzte Ressourcen, die man besser nutzen könnte. Rauchen schadet, Schwimmen ist gesund!

Heizpilze sind vielfach in der Stadt zu sehen, oft, damit die Raucher nicht in der Kälte stehen müssen. Diese Geräte sind sehr umweltschädlich und gehören meiner Meinung nach verboten. Bei maximaler Leistung ballern die Heizpilze bis zu 3,5 Kilogramm CO2 pro Stunde in die Atmosphäre. (Quelle: Wetter.de)

Lebensmittelimporte: Damit wir zu jeder Jahreszeit alle Obst- und Gemüsesorten bekommen, sind Frachtflugzeuge, Schiffe oder LKW im Einsatz. Milch wird durch ganz Deutschland verschickt. Die heimischen Betriebe müssten mehr gefördert werden. Schade, dass der Gemüsebauer seinen Stand samstags nicht mehr vor dem Dom hat.

Autorennen: müssen die sein? Es gibt vieles, was sinnvoller ist, um den CO2 Ausstoß zu verringern, als die Freibadsaison zu verkürzen. Vielleicht kann man eher darüber nachdenken, die Freibäder im Herbst länger zu öffnen, da es im September/Oktober oft noch sehr warm ist.

Margret Steinborn-Heinrich, Trier

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