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Leserbrief Stadtentwicklung Trier: Wandel erkennen und danach handeln

Ihre Meinung : Wandel erkennen und danach handeln

Stadtentwicklung

Zum Bericht „Region Trier 2030 - was die Wirtschaft fordert. Industrie- und Handelskammer (IHK) und Handwerkskammer Trier (HWK) legen Positionspapier vor (TV vom 16. Januar):

Bezugnehmend auf den Bericht über den Neujahrsempfang der beiden Kammern möchte ich Folgendes anmerken: HWK-Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf beklagt sich darüber, dass seit Jahren auf dem Gebiet der Stadt Trier kein größeres Industriegebiet ausgewiesen wurde.

Diese pauschale Aussage macht meines Erachtens keinen Sinn, denn wo auf dem begrenzten Gebiet der Stadt Trier hätte denn ein solches größeres Gebiet ausgewiesen werden können?

Trier liegt in einer Tallage mit dem Durchfluss der Mosel und den damit eingeschränkten Flächen durch Überflutungsgebiete. Meines Erachtens ist der überwiegende Teil hier bereits ausgewiesen. Die Kritik am Wohnungsmarkt in der Stadt Trier ist berechtigt, dies aber an dem einen Projekt „Brubacher Hof“ festzumachen, ist zu kurz gedacht.

Die Mehrheitsentscheidung des Stadtrats muss man respektieren. Die Stadt Trier kann bezüglich der Wohnraumbeschaffung tatsächlich noch einiges tun. Alle warten auf das angekündigte Kataster der Lückenbebauung und der Aufstockung von bestehenden Gebäuden im Stadtbereich. Dies ist für die Stadt eine ambitionierte Aufgabe, die sie nicht auf die lange Bank schieben sollte.

Bei der Infrastruktur sehen die Kammern die Region bei Straße und Schiene abgehängt. Bei der Schiene kommt man in der Region nicht voran, siehe Westtrasse (Fertigstellung 2024). Hier könnten sich die Kammern bei der Bahn, den Bundestags- und Landtagsabgeordneten ins Zeug legen, um positive Ergebnisse zu erzielen.

Was die Westumgehung (Mose­laufstieg) angeht, hängen sich die Kammern für diesen Aufstieg weit aus dem Fenster.

Bekanntlich erreichte der Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster in Zusammenarbeit mit den Verkehrsminister Andreas Scheuer die enorme Priorisierung des Projektes, obwohl es keine Veränderung in der Datenlage (Verkehrsaufkommen) gab.

Der Moselaufstieg sollte unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten nicht realisiert werden. Hier sollten die Kammern ihre Vorstellung von „gestern“ vergessen, den Wandel erkennen und danach handeln.