Leserbrief Trier: Jeder hat seine eigene Interpretation der Wahlergebnisse

Ihre Meinung : Jeder hat seine eigene Interpretation der Wahlergebnisse

Kommunalpolitik

Zu den Artikeln „Stadtrat: Ränke schmieden, Kröten schlucken ...“ (TV vom 13. Mai) und „Bittere Wahlschlappe für die CDU“ (TV vom 28. Mai):

„Ceterum censeo Carthaginem esse delendam.“ Man fühlt sich an Cato den Älteren erinnert, wenn man diese Artikel liest.

Ein griffiges Beispiel für Mauscheleien der Verantwortungsgemeinschaft gefällig? Die Egbertschule! Da ist es nur konsequent, die Verluste der CDU durch welche Hauptursache zu begründen? Die Egbertschule!

Komisch ist, dass am selben Tag (28. Mai) als Hauptgrund für die starken Zugewinne der Grünen die Klimathematik genannt wird. Die Unwucht in der Argumentation müsste auch der Autorin auffallen. Zumal diese Partei auch noch mit dem „Makel“ behaftet ist, sich in der Frage der Sanierung des angestammten Standortes der Egbertschule am deutlichsten für dieses Szenario eingesetzt zu haben.

Aber so ist das mit Wahlanalysen: Jeder hat seine eigene Interpretation, aber nicht jeder hat das gleiche Forum. Hier stünde der Autorin etwas mehr Objektivität gut zu Gesicht.

Cato den Älteren kann man leider nicht mehr fragen. Ob es wirklich sinnvoll ist, Investitionen für die Zukunft (der Kinder in Trier-Ost) durch starre Vorgaben für die Bewahrung der Vergangenheit zu opfern (Veto der Kommission Icomos, Internationaler Rat für Denkmalpflege), mag jeder für sich selbst entscheiden. Aber der Aufschrei, der bei einem drohenden Verlust des Status als leuchtende Stadt des Unesco-Weltkulturerbes wahrscheinlich zu hören wäre, würde der Stadtverwaltung auch die Ohren klingeln lassen, und man würde über die dilettantischen Planer herziehen.

Dies alles hilft den Kindern, auch meinen, die gerne zur Egbert-Grundschule gehen, nicht weiter. Sie warten auf die Sanierung ihrer Schule, die mit ihrem engagierten Personal alle Unterstützung verdient, um endlich wieder am angestammten Platz Unterricht gewährleisten zu können.

Ich hoffe sehr, dass diesbezüglich „ideologische Gräben (überwunden und) persönliche Animositäten (beigelegt werden)“ – da kann ich der Autorin nur zustimmen.

Dr. Christian Dierkes, Trier

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