Leserbrief: Vereidigung des neuen Trierer Stadtrats vor dem Petrusbrunnen

Ihre Meinung : Vereidigung des neuen Stadtrats vor dem Petrusbrunnen

Demokratie

Zu Berichterstattung über die Kommunalwahlen und die bevorstehende konstituierende Sitzung des Stadtrats Trier, der gewöhnlich im Rathaus tagt:

Mit einem immer wieder zitierfähigen Satz des griechischen Philosophen Perikles, der um 430 vor Christus gelebt haben soll, möchte ich diesen Leserbrief eröffnen. Perikles wird der weise Spruch zugesprochen, der die Feststellung enthält: „Wer an den Dingen seiner Stadt keinen Anteil nimmt, ist nicht ein stiller Bürger, sondern ein schlechter!“ Dies ist doch eine treffende Bezeichnung, der sich die Bürger einer Stadt verpflichtet fühlen sollten. Ich möchte dies tun: kein stiller Bürger sein, sondern vielmehr am Geschehen meiner Stadt reichhaltigen Anteil nehmen und die folgende Anregung geben.

Ich würde mich freuen, wenn die Vereidigung der neuen, am 26. Mai gewählten Stadtratsmitglieder vor dem Trierer Petrusbrunnen auf dem Hauptmarkt in einer öffentlichen Veranstaltung durchgeführt werden könnte. Im Brunnen eingraviert befindet sich in lateinischer Sprache die weise Aussage, die auch in unserer heutigen Zeit als Orientierung für ein wohl gedeihendes Gemeinwesen Gültigkeit hat und übersetzt heißt:

„Glücklich das Gemeinwesen, wo Klugheit das Zepter führt, die heilige Gerechtigkeit die Guten schützt und mit dem Schwert die Schuldigen richtet, Starkmut im Unglück herrscht und die Mäßigung alles löblich lenkt.“

Dieser vier Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Weisheit, Stärke und Mäßigung sollten wir uns stets bewusst sein und sie als Richtschnur für unser nicht nur politisches Handeln sehen.

Die Angaben sind dem vom Verein Trier-Gesellschaft herausgegebenen Bändchen „400 Jahre Petrusbrunnen 1595 bis 1995“ von Wolfgang Schmid entnommen worden.

Ich wünschte mir sehr, dass die bevorstehende Vereidigung der neuen Trierer Stadtratsmitglieder vor dem Petrusbrunnen in Gegenwart einer breit eingeladenen Öffentlichkeit würdevoll gefeiert werden kann.

In der ältesten Stadt Deutschlands dürfte dies ein ganz besonderer Anlass sein, Demokratie in dieser Feierlichkeit lebendig werden zu lassen. Darauf dürfte die Trierer Bürgerschaft sehr stolz sein, an diesem Ereignis teilnehmen zu dürfen.

Dr. Johannes Michael Nebe, Trier

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