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Wir riskieren, die Trierer City zu schwächen

Wirtschaft

Zu Berichten über die geplante Ansiedlung eines Globus-Markts in Trier:

Der Stadtrat erwägt, das bestehende Einzelhandelskonzept über den Haufen zu werfen, um Globus und anderen Grossmärkten eine Ansiedlung zu ermöglichen. Passt eine solche Entscheidung zu einer einzigartigen Stadt wie Trier?

Eine Ansiedlung von Großmärkten brächte mit Sicherheit unerwünschte Konsequenzen für Trier: unschöne Gebäude, riesige Parkplätze, die die Flächen versiegeln, und zusätzlichen Verkehr. Alles offensichtliche Nachteile.

Aber gäbe es auch sichere Vorteile? Wo läge der Mehrwert für die Stadt? Einige sagen, ein vergrößertes Warenangebot. Das wäre möglich, aber brauchen wir das? Andere nennen erhöhte Steuereinnahmen und Arbeitsplätze. Wird es die geben, wenn existierende Märkte und der Einzelhandel in der Innenstadt durch diese zusätzliche Konkurrenz geschwächt werden? Der Tourismus ist in Trier ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Unsere Stadt lebt von ihren Besuchern. Zumindest bisher sind die vielen Besucher und Käufer aber wohl kaum wegen der Großmärkte nach Trier gekommen. Soll sich das in Zukunft ändern?

Unsere Gäste schätzen, dass es in unserer Stadt eine einzigartige Mischung aus historischen Gebäuden, Kultur, schönen Plätzen mit hoher Aufenthaltsqualität (übrigens häufig ehemalige Parkplätze), schönen Cafés und natürlich Läden auf engem Raum gibt. Das ist es, was Trierer und Besucher anzieht und den besonderen Charakter der Stadt ausmacht. Zu einer attraktiven Stadt gehören nicht zuletzt auch interessante Läden mit vielfältigem Angebot in der Innenstadt. Wir riskieren mit der Ansiedlung von Globus und anderen Großmärkten im Außenbereich der Stadt, die Innenstadt zu schwächen und den Charakter der Stadt langfristig zu verändern.

Ulrike Meyer-Moggia, Igel