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Leserbrief Zebrastreifen Trier: Querungshilfen nur scheinbare Sicherheit

Ihre Meinung : Querungshilfen: scheinbare Sicherheit

Verkehr

Zu „Was sich an Zebrastreifen in Trier ändert“ (TV vom 20. März):

Die deutsche Regulierungswut ist ebenso sprichwörtlich wie berüchtigt. Für alles gibt es Regeln. Ausnahmen von der Regel sind nicht vorgesehen. Die deutsche Regulierungswut lähmt, was der schleichende Fortschritt bei den Corona-Impfungen veranschaulicht.

Regeln sind dem Gesetzgeber offenbar wichtiger als der Mensch, dem die Gesetze dienen sollen. Wie anders ist es zu erklären, dass aktuell die Stadt Trier reihenweise Fußgängerüberwege, im Volksmund Zebrastreifen genannt, abbauen muss? Nur weil der Gesetzgeber Regeln formuliert hat, die vorschreiben, wo sich Zebrastreifen befinden dürfen.

Beispiel Weberbach: Dort wurde der Fußgängerüberweg in der Höhe des Modehauses Marx bereits entfernt. Ein gut frequentierter Zebrastreifen, der den Fußgängern vor allem eines gab: Sicherheit. Auch der Überweg vor der Stadtbibliothek musste weg. Wie viele andere auch.

Als Ersatz werden Querungshilfen angeboten. In die Mitte der Fahrbahn kommt eine Insel, das soll Sicherheit vermitteln. Tatsächlich? Abgesehen davon, dass ältere Menschen und Kinder sich auf einer solchen Insel kaum sicher fühlen werden: Im Gegensatz zu Zebrastreifen haben Fußgänger nicht an allen Querungshilfen tatsächlich Vorrang vor dem fließenden Verkehr. Das zeigt der Blick in den Bußgeldkatalog: „Sofern die Fußgängerinsel nicht zusätzlich mit einem Zebrastreifen daherkommt, haben alle Fahrzeuge auf der Fahrbahn Vorrang. Fußgänger müssen warten.“ Was diese aber in aller Regel nicht wissen und draufloslaufen, wie man beobachten kann. Statt für 400 000 Euro Fußgängerüberwege abzubauen, täte man besser daran, das Geld zur Sicherung von Überwegen zu investieren. Eine Verkehrsinsel als Querungshilfe ist ein unsicherer Ersatz.