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Leserbrief zu Globus in Trier: Es tut einem in der Seele weh

Ihre Meinung : Es tut einem in der Seele weh

Einzelhandel

Zum Bericht „Globus: Hier kommt der Markt hin“ (TV vom 2. Juli):

Endlich ist die Katze aus dem Sack. Globus kommt nach Trier-Zewen. Obwohl dieser Ortsteil durch den Tanktourismus mit Tausenden Autos täglich stark belastet wird, hat man sich nicht gescheut, den Einwohnern durch einen Supermarkt noch mehr Schadstoffe, Lärm und Abgase zuzumuten. Man kann das auch als menschenverachtend bezeichnen, zumal Alternativen genug dagewesen wären. Gelockt wird durch Schaffung von 350 Arbeitsplätzen, wobei durch die Konkurrenzsituation zur Innenstadt und zu anderen Supermärkten andere Arbeitsplätze gefährdet werden könnten.

Gelockt wird mit einer Umgehungsstraße, obwohl jeder weiß, dass diese aus Platzgründen nicht gebaut werden kann, es sei denn, man reißt das halbe Wohngebiet Oberkirch ab. Denn eine Tunnellösung mit ihren enormen Kosten wäre nicht zu bezahlen und ist daher unrealistisch.

Auch ein Kreisel soll entstehen (wer bezahlt den eigentlich?), wobei ich nur auf die Begründung warte: damit die Nordseehäfen an das Rhein-Main-Gebiet und Sizilien angeschlossen werden können.

Dass dieser Supermarkt der Innenstadt Trier Käufer nimmt, bei immer mehr Leerständen, besonders, wenn eine zweite Karstadt-Kaufhof-Filiale auch noch schließen sollte – auf den Gedanken ist man wohl noch nicht gekommen. Ein Musterbeispiel sind in diesem Zusammenhang die vier Mitglieder der Grünen-Ratsfraktion, die durch ihr Verhalten ihre Flexibilität haben erkennen lassen, indem sie zum Globus-Standort Zewen beigetragen haben. Das schafft Vertrauen.

Es tut einem in der Seele weh, zuzusehen, wie die Obstplantagen dem Erdboden gleichgemacht und zugepflastert werden für einen Moloch, den niemand an dieser Stelle braucht. Da hat der Stadtrat ganze Arbeit geleistet.