Leserbrief zu Heilig-Rock-Tagen: Sehnsucht nach spirituellem Charisma

Ihre Meinung : Sehnsucht nach spirituellem Charisma

Kirche

Zum Bericht „Stille Andacht und laute Begegnungen“ über die Heilig-Rock-Tage in Trier:

Der in Deutschland beliebte Sänger, US-Amerikaner und Gospel-Pastor Kirk Smith, vermochte es, die Masse an Publikum in den Trierer Dom zu locken. Am Samstag war er dezenter im Ausdruck seiner Möglichkeiten, als ich ihn sonst kenne.

Von all meinen bisherigen Besuchen in der Domkirche war dies die emotionalste, sinnigste und schönste aller Veranstaltungen dort! Das Konzept passte und trifft meiner Meinung nach genau den Zeitgeist, die Sehnsucht der Menschen nach verständlicher Ansprache, das kollektive Singen und Beten. Miteinander erleben, stehend und klatschend mitsingen, sogar Tanzen im Dom wirkte befreiend und ermunterte selbst die eher traditionell aufgestellten und älteren Mitbürger zu ungeahntem Frohsinn und Aufbruch.

Erstaunlich, was möglich ist, wenn so ein beeindruckendes Ensemble von Heartchor und dem „Anderen Chor“ aus Dillingen, orchestral begleitet von einigen Instrumentalisten, unter anderem sogar von Schlagzeug, zusammenwirken. Sehr gute Solo-Einsätze verschiedener Sänger und Sängerinnen und immer wieder der inspirierende Kirk Smith mit seiner eindringlichen Soul-Stimme zauberten eine wunderbare Atmosphäre.

Abwechselnd Musik und Wort sprachen Pfarrer Tim Stumm und Bischof Stephan Ackermann.

Die Gemeinschaft der Zuhörer beziehungsweise der Gläubigen nahm dies gut an. Auch wenn ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass die meisten nicht vorrangig wegen der gut gemeinten Worte Gottes und der Empfehlung des Bischofs („Bringe dich in die Verfassung, dass Gott dir etwas zutraut“) gekommen waren, sondern wegen des musikalischen Angebots.

Im Gegensatz zu den Formulierungen der Geistlichen kann ich dem Inhalt der Gospel-Lieder viel leichter folgen, mit mehr Zustimmung und dem Gefühl, verstanden zu werden. Dazu kommt diese ansteckend froh machende, rhythmische Dynamik in den Reihen der Zuhörer, die stehend singen, klatschend und tanzend, sich lachend hin und her wiegen.

Ein modernes, ansprechendes Bild in der katholischen Domkirche zu Trier – hat mir gut gefallen.

Yvonne Weis, Konz

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