Leserbrief zum Baugebiet Brucher Hof in Trier: Nach umsetzbaren Lösungen fragen

Ihre Meinung : Bürger sollten die Stadt Trier nach umsetzbaren Lösungen fragen

Stadtentwicklung

Zu Berichten über den neuen Flächennutzungsplans der Stadt Trier und das geplante Neubaugebiet Brubacher Hof:

Es mag eine „gute Nachricht“ für den Baudezernenten Andreas Ludwig sein. Ob es eine gute Nachricht für die Bürger der (Innen)Stadt ist, da herrschen noch viele Zweifel und Bedenken. Diese Bedenken wurden erneut der Stadt in einem ausführlichen Bescheid bei der Oberen Genehmigungsbehörde  mit Datum 8. Jan. 2019 übermittelt. Das sechs Seiten lange Dokument von der Struktur und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord kann auf der Homepage der Stadt nachgelesen werden.

Die bei Herrn Ludwig zitierten „empfohlenen redaktionellen Änderungen“ hören sich verhältnismäßig harmlos an, aber die „Empfehlungen für die nachfolgende verbindliche Bauleitplanung“ sind alles andere als harmlos.

Diese detaillierten Aufforderungen der SGD Nord in diesem Bescheidsind mit dem jetzigen Wissen der Bürger nicht umsetzbar. Zumindest hat die Stadtverwaltung den Bürgern (und vermutlich dem Stadtrat) nur Beruhigungspillen und mit viel Geld ein nicht ausreichendes Verkehrskonzept vorgelegt. Ganz zu schweigen von genannten „schädlichen Umwelteinwirkungen, dem Vermeiden von Verkehrslärm und Luftschadstoffen“, die berücksichtigt werden müssen.

Bezahlbarer Wohnraum kann nicht geschaffen werden, wenn es auf Kosten der Gesundheit geht und die jetzigen Lebensbedingungen für uns alle verschlechtert. Das bebauen von einem 32,4 Hektar großen Naturgebiet (und einem Kaltluftentstehungsgebiet) kann nur negative Folgen für  Innenstadtbewohner haben. Und das alles ganz abgesehen von unseren Klimazielen. Brubach liegt neben einem Naturschutzgebiet, das jetzt schon bedrängt wird mit Castelnau II. Auch Trier muss einen Beitrag zum Klimaschutz und den Flächennutzungszielen erbringen. Die Bürger der Stadt und die am 26. Mai zu wählenden neuen Stadträte sind dafür verantwortlich, dass die „Empfehlungen für die nachfolgende verbindliche Bauleitplanung“  der Oberen Aufsichtsbehörde Rechnung getragen werden.

Die Bürger sollten auch genau hinsehen, wenn die Stadt diese Bauleitpläne vorlegt.  Die Stadträte (die für eine Bebauung gestimmt haben) sollten den Baudezernenten nach den wirklich umsetzbaren Lösungen fragen – und wie diese dann auch mit der zuletzt veröffentlichten „Bevölkerungsprognose in der Region Trier bis 2040 in Einklang zu bringen sind.

Margret Nelle, Trier

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