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Leserbrief zum Stadtbild: Trier verliert sein Gesicht

Ihre Meinung : Trier verliert sein Gesicht

Stadtbild

Zum Bericht „Fleischstraße: Wann kommt das neue Pflaster? (TV vom 22. April):

In dem Beitrag wird darüber informiert, dass die Asphaltdecke für die Fleischstraße nur eine Übergangslösung, keine Dauerlösung sein wird. Das neue Pflaster werde aber erst frühestens im Jahr 2022 kommen – hoffentlich! Das ist bedauerlich, aber aus den genannten Kostengründen zu verstehen.

Nicht zu verstehen ist dagegen, dass erst jüngst das kurze, sich hinter dem Dom befindliche „Sieh um Dich“ mit einer lieblosen Asphaltdecke seines Charmes be- raubt wurde. Ein Gässlein, das auf ungezählten Bildern, Drucken, Graphiken seinem Namen entsprechend etwas beinahe Mystisches, Geheimnisvolles ausstrahlt, wird mit einer Asphaltdecke einfach dieses Zaubers beraubt.

Für die wenigen Meter „Sieh um Dich hätte sich mit etwas gutem Willen sicher auch eine schönere, dem Charakter dieses Sträßlein entsprechende bezahlbare Lösung finden lassen; hoffentlich noch vor 2022. Ob Trier seine Schätze recht nicht würdigen weiß?

Warum sonst hat man seit längerer Zeit die schönen blauen Emaille-Straßenschilder durch die simplen, dem Ansehen dieser historischen Stadt so wenig zuträglichen Aluminiumschilder ersetzt? Warum sind so viele schöne Altbauten nicht denkmalgeschützt? Warum werden in Sichtweite römischer Monumente überdimensionierte Neubauten zugelassen? Warum gibt es in Trier noch immer keine Baumschutzsatzung? Es ist erschreckend, wie man zulässt, dass diese Stadt ihr Gesicht verliert.

Helmut Eckert, Trier