Leserbrief zum Thema MoselCard: Bahn und Bus müssen einbezogen werden

Ihre Meinung : Bahn und Bus müssen einbezogen werden

Tourismus

Zum Bericht „Aus für die geplante MoselCard“ (TV vom 3. Juli):

Als ich den Artikel gelesen hatte, dachte ich: Warum „nur“ eine MoselCard? Wenn man, wie die Initiatoren schreiben, sich an der KonusCard der Region Freiburg orientieren will, dann müsste die gesamte Region Trier im Fokus stehen. Also ein Konzept, das sowohl die beiden anderen Flüsse (Saar und Ruwer) als auch Hochwald, Hunsrück und die Eifel umfassen müsste.

Es ist nicht einsichtig, warum die anderen Teil-Regionen bei einem solchen Marketing-Produkt außen vor gelassen werden sollen. Es gibt zwar schon eigene Werbemaßnahmen der Teil-Regionen, aber das würde doch eine gemeinsame Dachmarke, die alle Regionen umfasst, nicht hindern (ein gemeinsamer Name müsste noch gefunden werden, „Konus“ hat mit Freiburg keine Entsprechung).

Vor diesem Hintergrund kann ich Bedenken aus dem Gastronomie- und Hotelgewerbe durchaus verstehen. Aber das ist noch nicht einmal mein Hauptpunkt. Ein Knackpunkt sind nämlich die mangelnden Verkehrsverbindungen, vor allem an touristisch sehr beliebten Wochenenden.

Sich Anleihen bei der KonusCard zu holen, ist ja richtig. Aber die geplante Ausführung der MoselCard würde auch daran scheitern, weil sie ausschließlich auf die Mosel als Achse ausgerichtet ist. Die KonusCard ist deshalb erfolgreich, weil sie die touristischen Angebote einer ganzen Region bündelt und gleichzeitig ein entsprechendes dichtes öffentliches Verkehrsnetz vorhält.

Aus eigener Erfahrung mit der KonusCard: mehrtägige Übernachtung in einem 500-Seelen-Dorf, sonntags fünf Fahrtenpaare mit dem Bus, etwa zum Feldberg, aber auch zur nächsten Bahnstation. An den Wochentagen war der Takt noch dichter. Die Busse und Züge waren voll. Die Freiburger Touristen fuhren in die Hügel, die anderen nach Freiburg oder sonst wohin.

Wenn man sich die neuen Bus-Konzepte des VerkehrsverbundsRegion Trier ansieht und mal schaut, wann am Wochenende ein Bus wohin fährt, und ob man abends noch zurückkommt, ist natürlich kein Tourist/Gastronom/Hotelier für eine MoselCard zu gewinnen. Wäre es anders, dann hätten auch wir Einheimischen etwas von dem Konzept MoselCard.

Das ÖPNV-Angebot muss ausgebaut werden. Es darf für den Sonntag kein „weißes Blatt“ und keinen Null-Fahrplan mehr geben, Bahn und Bus müssen gleichwertig einbezogen werden.

Dr. Karl-Georg Schroll, Wiltingen

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