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Leserbrief zum Thema „Wohnungsnot und die Rolle der Denkmalpflege“

Ihre Meinung : Viele Grünflächen sind verschwunden

Umweltschutz

Zum Bericht „Wohnungsnot und die Rolle der Denkmalpflege“ (TV vom 17.02.2020):

Den Artikel von Rainer Neubert habe ich mit Freude und Genugtuung zur Kenntnis genommen. Es freut mich, dass das Anwesen auf dem Gelände des ehemaligen Grünflächenamtes unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Stellt doch die sogenannte Nachverdichtung nicht nur für den Denkmalschutz und die archäologische Bodendenkmalpflege eine neue Herausforderung dar, sondern sie ist auch vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadiskussion – Stichwort „Klimanotstand“ – und künftiger Extremwetterlagen durchaus kritisch zu sehen.

Die tiefen Bodeneingriffe zerstören nahezu alle archäologischen Schichten. Was bleibt, ist eine „archäologische Wüste“. Oft fehlen die Zeit und die Mittel, so dass wertvolle Befunde für immer unwiederbringlich verlorengehen.

Die ökologischen Folgen sind hinlänglich bekannt. Bäume und Pflanzen tragen zur Klimaregulation bei und stellen eine wichtige CO2-Senke dar. Indem sukzessive wichtiger Baumbestand entfällt und durch Häuserfassaden und Betonflächen ersetzt wird, entfällt diese wichtige Funktion. Andererseits begünstigen die versiegelten Flächen die schnellere Abführung von Oberflächenwasser und tragen zur Aufheizung der Innenstädte bei.

Ich wohne seit meiner Geburt in der Trierer Gärtnerstraße. Seit jeher waren wir darauf stolz, nicht allzu weit von der Stadt entfernt, quasi in einer grünen Oase zu leben, die ausreichend Raum für Erholung und Lebensfreude bot. Viele Grünflächen sind hier schon durch Baumaßnahmen verschwunden. Die geplante Maßnahme hätte erneut zur Zerstörung des Baum- und Pflanzenbestandes mit den bekannten Folgen geführt.

Daneben ist aber auch die zunehmende Verkehrsbelastung infolge mangelnder infrastruktureller Voraussetzungen und eines gesteigerten Verkehrsaufkommens zu sehen. Schon jetzt lassen sich die in der Straße selbst vorhandenen Parkmöglichkeiten „an einer Hand abzählen“.

Dr. Claudia Kurz, Trier