Leserbrief zum Weg im Thiergartental Trier: Bürgerrecht auf Betreten der Spazierwege

Ihre Meinung : Bürgerrecht auf Betreten der Spazierwege ist gesetzlich garantiert

Infrastruktur

Zum Bericht „Beliebter Panoramaweg in Trier bleibt gesperrt“ (TV vom 20. August):

Herr von Nell bringt für die Sperrung des Panoramaweges mehrere Aspekte vor. Diese sind meines Erachtens keineswegs geeignet, den Bürgern das gesetzlich garantierte Recht zum Betreten von Weinbergswegen zu verweigern.

Soweit er für die Sperrung die von Maschinen ausgehenden Gefahren ins Feld führt, helfen sich andere wachsame Winzer dagegen erfolgreich mit im Straßenverkehr üblichen Achtungsschildern, die sie an unübersichtlichen Wegestellen warnend aufstellen. Auch soweit Herr von Nell überhaupt das Vorhandensein eines Weges leugnet, kann dem nicht gefolgt werden. Er unterdrückt in seiner Wahrnehmung einfach das Erscheinungsbild, dass der Weg bei natürlicher Betrachtung oder in Aufnahmen aus der Luft, wie Google-Earth zweifelsfrei vermittelt, abgibt. Ebenso ignoriert er, dass der Panoramaweg im Amtlichen Stadtplan, auf Wanderkarten und im Erosionskataster, um nur einige Fundstellen zu nennen, kartografiert ist.

Im Übrigen setzt er sich in Widerspruch zu seinen Ausführungen auf der eigenen Homepage, auf der er unter den Menüpunkten Weingut/ Weinbergslagen werbewirksam von dem „alten Weg aus dem Hochwald in Richtung Trier von Osten her“ und dem ihn begleitenden „Wegekreuz aus dem 15. Jahrhundert“ spricht.

Der Weg ist entgegen der Darstellung von Herrn von Nell auch nicht erosionsgefährdet. Dies wird durch das Erosionskataster des Landesamtes für Geologie und Bergbau belegt. Bewiesen wird dies auch durch den noch heute einwandfreien Zustand, der dokumentiert, dass der Weg in den vergangenen 500 Jahren auch ohne Hafereinsaat keinen Schaden durch Boden- oder Wassererosion oder Spaziergänger erlitten hat.

Herr von Nell kann für die Sperrung des Panoramaweges weder sein Privateigentum noch andere gehaltvolle oder sonst wie anzuerkennende eigene Nutzungsinteressen anführen. Dadurch verdichtet sich die Annahme, dass die Einsaat des Weges, die als solche schon eine Einzigartigkeit in der hiesigen Weinregion darstellt und zudem durch das Befahren mit Fahrzeugen größtenteils vernichtet ist, nur eine Inszenierung war, um den Anschein einer landwirtschaftlichen Nutzung zu suggerieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das hohe Individualrecht der Bürger auf Betreten der Spazierwege wegen eines Scheintatbestandes beschnitten werden könnte.

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