Leserbrief zur Baulandentwicklung Trier: Wo war hier der Aufschrei?

Ihre Meinung : Wo war hier der Aufschrei?

Stadtentwicklung

Zu Berichten über den Stopp des Baugebiets in Trier-Mariahof:

Nachdem es die Grünen und Mariahofer CDU-Stadtratsmitglieder mit der von Redakteur Rainer Neubert im Tierischen Volksfreund vom 31. August beschriebenen „Geheimdiplomatie“ geschafft haben, das Baugebiet auf dem Brubacher Flur zu verhindern, stand nun im Stadtrat am 26. September die Entscheidung zum Hochplateau Castelnau mit 41 Hektar (!) an.

Das war spannend zu beobachten, wie die gleichen Protagonisten, die die Themen Umweltschutz, grüne Lunge, Landfraß, Flächenversiegelung, Zunahme an Verkehr und so weiter angeführt  hatten, um Brubach zu verhindern, nun anscheinend für ein Baugebiet (oder zumindest nicht dagegen) stimmten, das größer ist als das auf dem Brubacher Acker, vorhandenen Baumbestand und Wald vernichtet und sich an ein vorhandenes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet annähert. Jedenfalls lautete das Abstimmungsergebnis im Stadtrat bei der CDU: Elf Ja-Stimmen, eine Enthaltung. Und bei den Grünen: sechs Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und vier Enthaltungen.

Wo war hier der Aufschrei? Dieser blieb aus, da es keinen Pferdehof mit reichen, privilegierten Pferdebesitzern gibt und auch keine stadtteilansässige Parteifraktion, die sich aus egoistischen Motiven dagegen wehrte. Zu Brubach sagte beispielsweise Jutta Albrecht Sätze wie „Wir sind unserem Gewissen verpflichtet. Und Brubach ist für mich eine Gewissensfrage“. Oder: „Ich gehöre einer Partei an, die ein C im Namen trägt. Ich nehme das Bewahren der Schöpfung verdammt ernst.“

Ihr Mann Thomas Albrecht veröffentlicht auf seiner Facebookseite beziehungsweise Internetseite Sätze wie „Für den Erhalt der Natur – gegen ein Baugebiet Brubach“ oder „Weltweit ist anerkannt, dass wir dringend die weitere Versiegelung von freien Flächen beenden müssen.“ Ist es nicht scheinheilig, wenn die gleichen Personen beim Baugebiet Castelnau andere Maßstäbe ansetzen (nur weil das Gebiet nicht vor der eigenen Haustür liegt)?
Valentin Göler, Trier

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