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Leserbrief zur Egbert-Schule Trier: Man kann nur mit dem Kopf schütteln

Ihre Meinung : Finanzprobleme nicht relevant? Man kann nur mit dem Kopf schütteln

Bildung

Zum Bericht „Jetzt steht endgültig fest: Egbert-Grundschule wird saniert“ (TV vom 28. Mai):

Immer wieder: Diskussionen und Beschlüsse zu einem Neubau beziehungsweise einer umfangreichen Sanierung der Egbert-Grundschule im Trierer Stadtrat.

Bereits im Jahr 2014 wurde ein merkwürdiger Deal zwischen der CDU-Fraktion und den Grünen, der damaligen sogenannten Verantwortungsgemeinschaft, abgeschlossen: Zustimmung zur Ansiedlung eines Drogeriemarktes in Neu-Kürenz einerseits und eine Sanierung der Grundschule Egbert andererseits. Die Kosten sollten damals 2,7 Millionen Euro betragen.

Nun werden mehr als 4,9 Millionen Euro veranschlagt, für eine Zwergschule von etwa 36 bis 40 Grundschülern, gleichbedeutend ein Betrag von 122 500 Euro bis 136 100 Euro je Schüler. Nach den Erfahrungen mit anderen Schulbauten, zum Beispiel in Tarforst, wird die veranschlagte Summe eher noch überschritten.

Selbst ein Förderungsbeitrag von 3,2 Millionen Euro durch das Land Rheinland-Pfalz bildet letztlich keine Entlastung der Stadt, denn das Fördergeld könnte alternativ eingesetzt werden.

Eine aktuelle Schulentwicklungsplanung der Stadt Trier liegt nicht vor. Anja Reinermann-Matatko, die Vorsitzende der Grünen im Stadtrat, hat sich in ihrer Zeit, als sie in Köln lebte und arbeitete, generell mit der Schulentwicklungsplanung beschäftigt und auf ihrer Homepage formuliert: ein achtsamer Umgang mit den finanziellen Ressourcen eines Schulträgers (im oben genannten Beispiel ist der Schulträger die Stadt Trier) sei eine wichtige Aufgabe.

Die geplante Egbert-Grundschule bietet offenbar keinen Raum für Ganztagsbetreuung, für eine Mensa oder für eine Turnhalle in der Nähe der Schule.

Trotz der genannten Beschränkungen wird eine vermeintlich konsequente Beschlussfassung von Elisabeth Tressel (CDU-Stadträtin) festgestellt: „Unsere Fraktion war immer für den Erhalt der Schule und ist es auch diesmal.“

Der Stadt stehen in Corona-Zeiten deutlich weniger Steuereinnahmen zur Verfügung. Die akuten städtischen Finanzschwierigkeiten bilden offenbar für die CDU-Fraktion (und die Grünen) im Stadtrat keine relevanten Argumente.

Als Beobachter kann man nur mit dem Kopf schütteln!